Das 2:2 (1:1)-Remis gegen den TSV Zerbst, nun wieder Spitzenreiter der Fußball-Landesklasse, war bereits das zehnte Unentschieden für die SG Gnadau, doch es war bei weitem das schmerzloseste für Trainer Sebastian Pape, denn seine Elf präsentierte sich kämpferisch enorm stark.

Gnadau l Es wäre des Guten eben nicht zu viel gewesen, wenn der Freistoß von Sven Nicolaus noch den Weg ins Tor gefunden hätte. Mit diesem Treffer hätten die Gastgeber mit großer Wahrscheinlichkeit die Partie für sich entschieden - sicherlich verdient. Und sie hätten einen großen Schritt aus der Abstiegszone herausgehen können. Schließlich wurde den aufopferungsvoll kämpfenden Fliederpark-Kickern noch ein Foul an Nico Steigleder verwehrt, obwohl dieser im Strafraum klar gehalten und nach unten gedrückt wurde, sich aber eben nicht hatte fallen lassen. Zudem ließ Schiedsrichter Marcel Hosenthien nach einem Tritt auf den Fuß von Keeper Ronny Merker das Spiel weiterlaufen, sodass Florian Böning unbedrängt zur 2:1-Führung der Zerbster einschieben konnte. Und auch eine Tätlichkeit von Hagen Ernst wurde lediglich mit Gelb bestraft.

So musste sich Gnadau gegen in der Abwehr durchaus anfällige Zerbster mit nur einem Zähler zufrieden geben. "Der ist aber absolut verdient", betonte Dennis Schoenebaum, der für den verletzten Marcus Rasche in die Partie gekommen war. Und auch Trainer Sebastian Pape hatte nur jede Menge Lob für seine Schützlinge übrig. "Das war kämpferisch eine ganz starke Leistung." Schließlich mussten seine Schützlinge nach der unglücklichen Gelb-Roten Karte gegen Robert Paasch (47.) fast eine Halbzeit lang zu Zehnt spielen.

In der ersten Halbzeit belohnte Marcus Rasche den starken Auftritt der Gastgeber mit dem Treffer zum 1:0, als er nach Vorarbeit von Nico Steigleder den Abpraller trocken in die kurze Ecke schoss. Allerdings antwortete Zerbst nach einer Flanke von der starken rechten Seite durch Maximilian Syring postwendend mit dem 1:1-Ausgleich, sodass die Euphorie schnell wieder einen Dämpfer bekam.

Wenngleich nach dem Wechsel das Mittelfeld aufgrund der Unterzahl nur noch mühsam stattfand und Rasche bei vielen seiner Solo- und Flankenläufe nicht das bessere Ende für sich hatte, gelang dem Offensivakteur dennoch die entscheidende Szene. Nachdem der eigene Freistoß abgeblockt wurde, eroberte er den Ball zurück, setzte sich gegen drei Kontrahenten durch und konnte nur durch ein Foul im Strafraum gestoppt werden. Sven Nicolaus verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:2-Ausgleich. Kurz darauf hatte er die große Chance auf den Siegtreffer, doch der Ball flog wenige Zentimeter am Kasten vorbei. "Kann so einer nicht mal reingehen?", haderte auch Co-Trainer Mirko Kaube kurzzeitig mit dem Pech der Gnadauer, bevor er die Spieler nach dem Schlusspfiff mit dem wohlverdienten Lob für ihre Leistung in Empfang nahm.

SG Gnadau: Merker - Rudloff, Paasch, Bläsing (55. Kade), Nicolaus, Hoffmann, Borck, Rasche (90. Schoenebaum), Wenzel, Frauendorf, Steigleder

TSV Zerbst: Werner - F. Sens, Fischer, D. Ernst, H. Ernst, Möhring (82. C. Sens), P. Möbius (62. Böning), O. Möbius, Gieseler, Syring (75. Kosel), S. Sens

Tore: 1:0 Marcus Rasche (25.), 1:1 Maximilian Syring (30.), 1:2 Florian Böning (76.), 2:2 Sven Nicolaus (88. FE); SR: Marcel Hosenthien (Magdeburg), ZS: 122