Schönebeck l Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen für die Keglerinnen des Schönebecker SV. Während sich der Start in die 2. Bundesliga sehen lassen konnte, weil das Team um Mannschaftsleiterin Anja Groß von sechs Partien nur eines verloren hatte, musste es auch ärgerliche Niederlagen wie gegen Hohnstädt oder zweimal Sandersdorf hinnehmen. "Union hätten wir auch bezwingen können", haderte Groß, "dann hätten wir noch den dritten Rang in der Tabelle erreichen können." So stand am Ende der fünfte Platz zu Buche, der sich allerdings auch sehen lassen konnte.

An diesem Erfolg hatte nun jedes Teammitglied seinen Anteil. "Wir haben uns vor der Saison neu aufgebaut und mussten uns erst finden. Das ist uns aber gut gelungen." Mit dem Abstieg hatte der SSV in der gesamten Saison eigentlich nichts zu tun, er schwamm im sicheren Fahrwasser und konnte zumeist befreit in die Partien gehen.

Allerdings war es durchaus ein steiniger Weg, bis der Ligaverbleib auch rechnerisch feststand. Wenngleich die Mannschaft aus allen Partien positive Erinnerungen mitnimmt, so waren einige Begegnungen wirklich prägend. Bei der Auswärtsfahrt nach Senftenberg beispielsweise "ging der Bus kaputt", erinnert sich Groß. Beim Schließen der Schiebetür "hat die Scheibe geknackt". In der Folge verschlimmerte sich der Riss weiter. "Wir haben an der Tankstelle abgeklebt und weiter gesichert, aber es ist nicht besser geworden." Geschwindigkeiten jenseits der 80 Kilometer pro Stunde waren nicht möglich. "Wir waren erst spät in der Nacht zurück. Das war vielleicht eine Tortur."

In Berlin, am letzten Spieltag, erlebte Groß dann ein Wiedersehen der besonderen Art. Zwar rief sie beim SKC Kleeblatt Berlin nicht ihre beste Leistung ab und die Partie wurde mit 2:6 verloren, doch "auf dieser Bahn hatte ich meine ersten Deutschen Meisterschaften gespielt, als ich 14 Jahre alt war". Damals sicherte sich die Schönebeckerin von insgesamt 32 Startern einen guten neunten Rang.

Am nächsten Wochenende stehen nun die Landesmeisterschaften auf dem Programm, bei denen auch Juliane Große, Anne Stahlich und Stefanie Lehe starten. Anja Groß hingegen hat sich dafür nicht qualifiziert, sie wird mit der Sachsen-Anhalt-Mannschaft gemeinsam mit Thomas Große vom SSV beim Sachsenpokal starten.