Das war es wohl endgültig! Die Handballer der SG Eintracht Glinde verloren gestern Abend ihr Heimspiel gegen den SV Oebisfelde am Ende sang- und klanglos mit 27:38 (15:19), offenbarten dabei eklatante Schwächen im Überzahlspiel. Glinde bleibt nach dieser Niederlage Letzter in der Mitteldeutschen Oberliga.

Glinde. Es waren vor allem drei Phasen, die der Eintracht letztlich das Genick brachen. Die erste, nach gut einer Viertelstunde, ließ den Gast aus Oebisfelde von einer 9:8-Führung, auf 11:8 enteilen. Glinde hatte einen Mann mehr auf dem Parkett, konnte diesen personellen Vorteil aber nicht nutzen. Im Gegenteil. Nach einem Stürmerfoul von Enrico Sonntag und einem schlechten Pass von Ronny Krause auf Philipp Klein lief der SVO zwei Konter – 11:8. Wiese reagierte mit einer Auszeit.

Bis dahin hatte sich Glinde gar nicht mal schlecht präsentiert, führte anfangs gar mit 3:1. Krause nutzte seine Athletik, kam mit hohem Tempo aus dem Lauf zum Abschluss und markierte drei Treffer. Doch als Oebisfeldes Bester, Rückraumakteur Thomas Thiele, ebenfalls dreimal traf, war die Partie ausgeglichen, bis zu jener ersten Überzahlsituation. Beim 12:13, als ausgehend von Matthias Scheller gut auf die Lücken gestoßen wurde und Sonntag von Rechtsaußen traf, war Glinde letztmalig ebenbürtig. Danach bestimmte der Gast die Partie und zog bis zur Halbzeit zum 19:15 davon.

Kurz nach dem Wechsel sollte dann die zweite Phase folgen. Oebisfeldes Nico Bischoff, der zusammen mit Andreas Kalupke einen stabilen Mittelblock bildete, sah zwei Minuten. Wiederum schlug die SG Eintracht daraus kein Kapital, Denny Friedl leistete sich zwei Fehlpässe, die Thiele abfing – 18:24. Nummer drei folgte nur wenig später. Nach einem Siebenmeter plus Zweiminutenstrafe, die der wiedergenesene Dominic Langoff herausgeholt hatte, verzettelte sich Glinde im Angriff, spielte zu umständlich und Oebisfelde erhöhte zum 20:28 – die Vorentscheidung. "Wir waren mental einfach nicht auf der Höhe, von Anfang an", ärgerte sich Trainer Andreas Wiese.

Die letzten zehn Minuten rannte Glinde blind in sein Unglück, scheiterte reihenweise am gut aufgelegten Thomas Drese im Tor des SVO. "Durch unsere starke Abwehr- und Torhüterleistung konnten wir einfache Treffer erzielen", sagte Oebisfeldes Trainer Thomas Meinel, der sich die letzten zehn Minuten zurücklehnte und beobachten durfte, wie seine Mannschaft das Spiel sicher über die Zeit brachte. Am Ende unterlag die Eintracht, bei der einzig Steffen Oppenheimer im Tor zu überzeugen wusste, mit 27:38 und darf nun für die Sachsen-Anhalt-Liga planen.

Glinde: Oppenheimer, Wiese – Klein, Langoff, Frank (9), Friedl (1), Krause (6), Sonntag (6), Lindemann (1), Sowa (1), Steinweg, Scheller (3)

Oebisfelde: Drese, Krüger – Eckert (2), Ni. Bischoff (5), Kornau (1), Herrmann (4), Vorobev, Thiele (12), Wolter (1), Vogel (2), Kalupke (9), Seiler (1), No. Bischoff (1)

Strafwürfe: Glinde 4/6 – Oebisfelde 4/5; Zeitstrafen: Glinde 3 – Oebisfelde 7