Salzlandkreis (nrc) l Der letzte Spieltag der Fußball-Salzlandliga wartete mit jeder Menge Kuriositäten auf. Zunächst mussten sich gleich drei Trainer aufgrund von Personalmangel selbst das Trikot überstreifen. Stefan Krüger vom SV Rathmannsdorf stand im Tor - und versenkte den Ball zweimal im gegnerischen Kasten. "Da unser Keeper ausfiel, mussten wir einen Feldspieler einsetzen", erklärte SVR-Trainer Frank Oehme. Krüger wusste nicht nur im Gehäuse zu überzeugen, sondern auch auf seiner Stammposition als Stürmer. Trotz dieser vielseitigen Einsatzberitschaft unterlag Rathmannsdorf der TSG Calbe II mit 3:5 (0:2). "Wir sind allerdings auch nur mit einer Rumpftruppe und ohne Auswechsel-Spieler angereist", betonte Oehme.

Die TSG Unseburg/Tarthun hatte dagegen keine Personalprobleme. Mit vollem Kader fuhren sie einen 4:1 (2:0)-Sieg beim SV Warthe Hakeborn ein und beendeten die Saison damit zur Zufriedenheit von Trainer und Fans. Trainer Tino Kirst wollte allerdings nur einen Spieler aus dem Team herausheben: José Mundt. "Er hat durch seine Laufarbeit und sein Organisationstalent bestochen." Mundt hielt die Mannschaft zusammen. Kirsts Kollege Nils Heinemann wollte niemanden nominieren.

Auch Sebastian Otte vom Kreismeister FSV Drohndorf/Mehringen verzichtete auf Vorschläge aus seiner Mannschaft. Allerdings lobte er einen Gegner: Oliver Schumann vom 1. FSV Nienburg. "Er hat unsere drei Fehler konsequent mit Treffern bestraft." Dem stimmte auch Dirk Bizuga, Trainer der Nienburger zu und ergänzte: "Er hat nicht nur drei Treffer erzielt, sondern auch einen vorbereitet."

Ein weiterer Torjäger des letzten Spieltages war Bernburgs Christoph Vatthauer. Er traf gleich viermal und trug damit maßgeblich zum 7:2 (4:0)-Erfolg der Einheit bei. "Außerdem hat er noch zwei weitere Tore vorbereitet", lobte Trainer Norbert Lehmann. Neben Vatthauer hob der Coach auch seinen Mittelfeld-Spieler Marcel Wiedensee heraus. "Er hat ein Tor erzielt und die vier von Vatthauer vorbereitet. Die beiden haben gut zusammen gearbeitet."

Großes Pech hatte der SV Wolmirsleben. Jürgen Kauws musste mit einer Mannschaft antreten, in der mehr "Alte Herren" mitspielten, als Aktive. Nur Keeper Daniel Mohr und Mittelfeld-Akteur Florian Sauer hielten dem Verein in der letzten Saisonpartie die Treue, der Rest war privat nicht verfügbar. Das personelle Freischwimmen machte sich bemerkbar. Der SVW unterlag dem BSV Eickendorf mit 1:4 (1:2). Marco Schmoldt bedauerte seinen Trainerkollegen. Aus der eigenen Mannschaft nominierte Eickendorfs Trainer seinen rechten Mittelfeldspieler Pierre Bödecker heraus. Dieser erzielte nicht nur das 1:1, sondern "hat auch einen weiteren Treffer vorbereitet und auf seiner Position einfach hundertprozentig überzeugt. Er ist aus unserer Stammelf gar nicht mehr wegzudenken", lobte Schmoldt. Bödecker wechselte in Halbzeit zwei auf die Stürmerposition.

Salzlandliga-Absteiger SV Grün-Weiß Giersleben konnte noch einen letzten Erfolg verbuchen. Mit 3:2 (2:2) triumphierte die Elf von Werner Brähmer über den SSV Eintracht Winningen. Für diese Leistung hob der Coach zum einen seinen Libero Marcel Hätsch heraus. "Er hat eine sehr gute Abwehrarbeit gezeigt und war auch im Aufbauspiel federführend." Zum anderen lobte er seinen Stürmer Martin Volkmar. Dieser erzielte zwei der drei Treffer für Giersleben und "beeindruckte mich durch seine Laufarbeit, trotz der mörderischen Hitze", so Brähmer.

Auch Steffen Rudnick von der TSG Calbe II ließ sich von den hohen Temperaturen nicht beeindrucken. "Er hat wirklich bis zuletzt gekämpft", lobte Co-Trainer Detlef Sobczak. Rudnick läuft eigentlich in der Dritten auf. Auch Torwart Stephan Herrmann stach heraus. "Er hat die gefährlichsten Aktionen von Rathmannsdorf entschärft."