Schönebeck (kla/chj) l Nach einer aufregenden Saison des 1. Schönebecker Judoclubs stand schon wieder die nächste Messe vor der Tür, die Landeseinzelmeisterschaften der U 15. Leonardo Graßhoff, der erst kürzlich seinen Titel in der U 13 verteidigt hatte, startete als jüngster Jahrgang. Hochmotiviert und ohne Angst vor den Älteren bereite sich Leo auf seinen ersten Kampf gegen Carlos Freise vom FSV Magdeburg vor. Aber für seine anfängliche Ungeschicktheit musste nach einem halbherzigen Ushi-mata einen Gegendreher und einen Yuko kassieren. In der Folge erwachte er, glich mit einem Yuko für einen Tani-otshi aus und konnte den Kampf dann mit einer Festhalte abschließen. Im zweiten Kampf traf er auf Laurent-Karl Albitz vom SV Halle. Leo machte durch gute Griffe und gute Verteidigung den besseren Eindruck. Durch konsequente Arbeit am Boden konnte der Schönebecker schließlich den Sieg über die Zeit bringen.

Der dritte Kampf sollte die größte Herausforderung darstellen. Chris Ludwig von Blau-Weiß Schollene - Vizelandesmeister in der U 13 bis 43 Kilogramm - rutschte bei Leo in die Kampfklasse bis 40 Kilogramm hinein. Leo war kleiner, was einen größeren Kraftakt bedeutete. Und es wurde spektakulär: Nach einem O-gshi von Leo, dem Chris noch ausweichen konnte, folgte eine Ura-naga und ein Ippon - ein Wurf der überlicherweise erst ab dem braunen Gürtel gelehrt wird.

Leonardo siegt als jüngster Jahrgang bei den Älteren

Das motivierte den Schönebecker für den letzten Kampf gegen Rene Schneider von Motor Halle, einem unangenehmen Gegner, der sehr steif und unbeweglich agierte. Aber auch hier wusste Leo sich zu helfen und brachte seinen Kontrahenten mit einem O-uchi-gari zu Fall, wofür er einen Waza-ari bekam. Diese Wertung brachte er über die Zeit und gewann. Es trat das ein, woran alle geglaubt haben, aber niemand mit rechnete: Leonardo Graßhoff Landesmeister in der AK U15. So etwas gab es schon lange nicht mehr beim 1. Schönebecker Judoclub.

Madeleine Streichardt hatte nicht so viel Glück. Ihre Nervosität machten es ihr unmöglich, schwächere Gegner zu besiegen. Es schlichen sich zu viele kleine Fehler ein. Madeleine belohnte sich nicht für ihre Trainingsmühen und verlor ihre Kämpfe denkbar knapp.

Ein "heißes Eisen" hatte der Schönebecker Judoclub aber noch. Jasmin Lindt ging in der Wettkampf-Klasse über 63 Kilogramm an den Start. Im ersten Kampf traf sie auf Tina Lossin vom PSV Salzwedel. Jamsin, die viel Kraft aus dem Oberkörper gewinnen konnte, setzte einen Seoi-otoshi an und warf die Gegnerin auf Ippon. Im zweiten Kampf gegen Sarah-Sue Ziegenblag vom PSV Gardelegen konnte Jasmin auf ähnliche Art und Weise gewinnen. Nur, dass sie nach dem Wurf noch eine Festhalte ansetzte, aus der es für Sarah kein Entkommen gab.

Eine alte Bekannte trennt Jasmin vom Titel

Nun galt es noch einen einzigen Gegner zu schlagen, um sich mit dem begehrten Titel des Landesmeisters zu belohnen. Mit Verena Schreinecke von den Judofreunden Wefensleben stand der Schönebeckerin eine alte Bekannte gegenüber. Die beiden lieferten sich immer recht spannende Duelle. Doch Jamsin ließ diesmal keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die stärkste Kämpferin im Land ist. Ein schöner Tani-ostoshi-Konter brachte den schnellen Ippon und den Landesmeistertitel.