Besser hätten es die Fußballer des TSV Eggersdorf nicht planen können. Nach drei Jahren Abstinenz gelang ihnen in dieser Saison die Rückkehr in die Kreisliga. An diesem Wochenende steht jedoch nicht der Aufstieg, sondern das 65-jährige Vereinsbestehen im Fokus des 3. Dorffestes, das heute um 18.30 Uhr beginnt.

Eggersdorf l Schon lange vor der Gründung des TSV Blau-Weiß 49 Eggersdorf gab es Bemühungen, einen Sportplatz im Dorf anzulegen, die aber nicht durchsetzbar waren. 1949 erfolgte dann in der Gaststätte von Otto Zander die Gründung des Sportvereins, der den Namen "Traktor" erhielt. Ein siebenköpfiges Leitungsgremium unter der Führung von Erich Kriebel und Walter Conrad packte die anstehenden Aufgaben mit Elan an. Viele freiwillige Aufbaustunden wurden geleistet, um eine ehemalige Ackerfläche in den Zustand zu versetzen, dass man auch darauf Fußball spielen konnte.

Nicht nur die Spielfläche war anzulegen, sondern auch das Umfeld musste gestaltet werden. Eine Unterkunft wurde durch die fleißige Arbeit der Sportfreunde und die materielle und finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite errichtet.

Damit wurden Voraussetzungen geschaffen, einen ordentlichen Spielbetrieb aufzubauen. Es begann mit Schüler- und Jugendmannschaften über Teams, die in den verschiedenen Klassen innerhalb und außerhalb des Kreises antraten.

Die Suche nach aktiven Fußballern - ein Problem das es heute auch gibt - veranlasste die Eggersdorfer Sportfreunde, sich Partner zu suchen. 1952 schlossen sie sich mit den Großmühlingern zusammen. Großen Anteil hatte dabei Herrmann Pesch vom Mühlinger Sportverein "Blau-Weiß". Er war auch bis Ende Juli 1953 der 1. Vorsitzende der neu gegründeten Betriebssportgemeinschaft (BSG) "Traktor Großmühlungen/Eggersdorf".

Starke Gemeinschaft lockt viele Zuschauer

Eine starke Gemeinschaft war geboren. Diese war bald ein ernstzunehmender Gegner in der damaligen Kreisklasse. Viele Zuschauer füllten den Eggersdorfer Sportplatz. In der Saison 1958/59 gelang dem Team erstmals der Aufstieg in die Bezirksklasse. Anfang der 1960er Jahre endete die sportliche Gemeinschaftsarbeit der beiden Dörfer und sie löste sich im friedlichen Einvernehmen auf.

Trotz der Trennung vollzog sich die Entwicklung der Eggersdorfer erfolgreich weiter. 1981 erfolgte der zweite Aufstieg in die Bezirksklasse.

Als "Sportliches Dorf" wurde die Gemeinde Eggersdorf mit einem Wanderpokal des VdgB-Bezirksvorstandes und des DTSB-Bezirksvorstandes 1989 ausgezeichnet. Großer Wert wurde auf volkssportartige Veranstaltungen wie Laufwettbewerbe, Tischtennis- und Schachturniere, Kleinfeldfußballvergleiche, Kegeln und Sportschießen gelegt. Auch motorsportliche Wettkämpfe, Geschicklichkeitsfahren mit Rädern bis hin zu Spielen für die Kleinen wurden organisiert. Und zum dritten Mal gelang auch 1989 der Aufstieg in die Bezirksklasse.

Mit Fußball und Turnen starteten die Eggersdorfer in ihre Wettkämpfe. Es folgte eine Frauen-Handballmannschaft, die auf Großfeld antrat. Später kam es sogar zur Bildung von Frauen-Fußballmannschaften. Und die Sportbegeisterung im Dorf nahm weiter zu. Im Freizeitsport wurden die Sektionen Schach, Gymnastik und Popgymnastik gegründet. Nach der Inbetriebnahme der Mehrzweckhalle wurde am 1. Oktober 2003 die Seniorensportgruppe "Fit in Rente" aus der Taufe gehoben, die sich großer Beliebtheit erfreut. Die Bildung einer Sektion Tischtennis war ein weiterer Schritt.

Nachwuchs kommt auch aus den Nachbargemeinden

Weil die Zahl der Herrenmannschaften in den vergangenen Jahren eine rückläufige Tendenz aufweist, widmet sich der Verein verstärkt der Nachwuchsarbeit. Torsten Henneberg und sein Team von begeisterten Fußballanhängern hat in den zurückliegenden Jahren große Anstrengungen unternommen, schon die Kleinsten für den Fußball zu begeistern. Inzwischen schicken einige Vereine der Nachbargemeinden ihre Jüngsten nach Eggersdorf zum Training. In verschiedenen Altersklassen nehmen die kleinen Kicker schon am Punktspielbetrieb teil.

1991 erfolgte die Umbenennung der BSG Traktor in TSV Blau-Weiß 49 Eggersdorf. Natürlich wurde aus diesem Anlass auch eine neue Vereinsfahne eingeweiht, die jetzt im vereinseigenen Lokal, dem "Sporthaus", einen gebührenden Platz bekommen hat.

Die 192 Mitglieder des zahlenmäßig stärksten Vereins im Dorf, unter dem Vorsitz von Rüdiger Bartz, verfolgen das Ziel, den Breitensport für alle Altersklassen weiterhin zu betreiben. Sie alle werden sich an diesem Wochenende bei den Feierlichkeiten wiedersehen.

   

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