Schönebeck (mnd). Susanne Virkus hatte am Sonntag alle Hände voll zu tun. Alle zwei Minuten musste die Physio- therapeutin der SG Lok Schönebeck in der Schlussphase gegen den MSV Buna Schkopau herbeieilen, um eine ihrer am Boden liegenden Handballerinnen zu versorgen. "Sie war mehr auf dem Feld als manche Spielerinnen", sagte Trainer Dirk Schedlo halb im Zorn, halb im Scherz. Seine Mannschaft gewann die in der Schlussphase hart geführte Partie mit 31:26 (14:13) und bleibt in der Sachsen-Anhalt-Liga weiter auf Erfolgskurs.

Auf Virkus‘ Einsätze hätte Schedlo freilich gern verzichtet. Aber der Gast ließ sich in den letzten zehn Minuten zu Undiszipliniertheiten und harten Fouls hinreißen, sodass die Schönebeckerinnen oft nur mit schmerzverzerrtem Gesicht zurückblieben. Acht von zehn Zeitstrafen, der Großteil davon in der Schlussphase, bekamen die Gäste in der zweiten Hälfte auferlegt. Zu diesem Zeitpunkt führte Lok erstmals etwas deutlicher, mit 26:20.

Zuvor zeigten beide Mannschaften eine Partie auf Augenhöhe, in die die Gäste zunächst besser hineinfanden. Sie führten mit 2:0. "Einige hatten zu viel Respekt", hatte Schedlo beobachtet, der die Gründe für den nervösen Beginn in der hohen 27:44-Hinspiel-Niederlage sah. Doch ab der zehnten Minute zog Lok sein Spiel auf, erzielte über eine sichere Abwehr "vernünftige Treffer" und glich zum 5:5 aus. Auch als Schkopau wieder die Führung an sich riss, verlor die Mannschaft nicht die Nerven, hielt beim 9:11 den Anschluss. Schedlo vertraute vorwiegend seiner ersten Sieben, wechselte nur punktuell, etwa Karin Stagge für Vivien Goldgraebe. "Sie hat sich nahtlos eingefügt" lobte Schedlo seine Rechtsaußen, die umgehend zwei Treffer markierte. Mit einer 14:13-Führung ging Lok in die Halbzeit und verteidigte diese auch nach dem Wechsel. "Wir haben Schkopau nicht ins Konterspiel kommen lassen und waren jederzeit in der Lage, das Tempo anzuziehen", zeigte sich der Trainer ob der Energieleistung seiner Damen, die die Führung zum 22:19 und anschließend durch drei Treffer in Folge zum 26:20 ausbauten, zufrieden. Es folgte jene Phase, in der sich die Gäste mit einer harten, teilweise grenzwertigen Spielweise zurückkämpften und zum 26:28 verkürzten. Doch die Gastgeber behielten die Nerven. Die stark haltende Yvonne Thiel entschärfte in den Schlussminuten noch vier freie Bälle, der MSV ging zur offenen Manndeckung über. Die sich bietenden Räume nutzten Melanie Krause und Goldgraebe im Eins-gegen-Eins und sicherten mit ihren Treffern den 31:26-Endstand. Susanne Virkus musste anschließend nochmals aufs Feld, aber diesmal, um sich mit der Mannschaft zu freuen.

Schöenebeck: Virkus, Thiel, Suchan – Wolf (6), M. Krause (4), Goldgraebe (4), C. Schedlo (5), Koeck (7), Stagge (2), Braun, Depta, Kalwatz (1), Precht, N. Krause, Sauer