Calbe (nrc) l "Es war das erste Spiel", sagten sowohl Henning Stapf als auch Peter Weiß. Die Trainer der SG Lok Schönebeck und der TSG Calbe zogen nach dem 31:22 (13:10)-Ergebnis im Testspiel ein ernüchterndes Fazit. Während Henning Stapf "im Großen und Ganzen zufrieden" war und sich vor allem über "die einfachen Fehler und die zu langsame Ballführung" beklagte, schlug Weiß trotz des doch recht eindeutigen Ergebnisses noch recht kritische Töne an. "Die Einstellung hat nicht gestimmt. Außerdem wurde mir in der Deckung zu wenig gesprochen und zu viele Fehlwürfe und Pässe produziert."

Dabei stand die Calbenser Deckung zumindest in den ersten zehn Minuten recht solide. Drei Lok-Angriffe wurde hintereinander abgewehrt, sodass der erste Treffer per Siebenmeter fiel. Lok ging in Front, Calbe glich postwendend aus. Bis zum Stand zum 4:4 blieb dies erst einmal so. Dabei war auffällig, dass die Gäste recht viele Strafwürfe zugesprochen bekamen, da die TSG doch recht robust zupackte. Die Schönebecker ließen sich noch etwas zu viel Zeit, mussten sich scheinbar erst noch sortieren.

So war es schließlich an Calbe, über die Stationen 5:4, 8:7 sowie 10:9 selbst vorzulegen und Lok musste augleichen. In den letzten Minuten der ersten Hälfte zeigte sich dann jedoch, dass die Saalestädter Oberliga-Erfahrung haben. Eiskalt nutzen sie die Fehler in der Lok-Deckung für schnelle Tempogegenstöße.

Lok steckte aber noch nicht auf und konnte sich selbst einige Bälle erobern und in Konter verwandeln. Beide Teams produzierten allerdings gerade bei den Kontern einige Fehlwürfe, sodass auf beiden Seiten zahlreiche Punkte verschenkt wurden. Mit einem 13:10-Halbzeitstand ging es in die Kabine.

In der zweiten Hälfte bekam man zunächst den Eindruck, als wäre Lok gedanklich in der Kabine geblieben. Calbe zog über die Stationen 14:11, 17:12 und 20:16 auf vier bis fünf Tore Vorsprung davon. Ein Trend, der sich fortsetzen sollte. Dass es in der 50. Minute dann auch noch zwei Zeitstrafen für die Gäste gab, entschied die Partie vorzeitig. Denny Schulz und Mario Meißner mussten beide von der Platte. Zwei Minuten später zog der Unparteiische gar die Rote Karte gegen Toni Warschkau, da dieser die gegen ihn verhängte Zeitstrafe mit sarkastischem Applaus bedachte. Zuvor hatte sich Warschkau noch mit vier verwandelten Siebenmetern positiv hervorgetan. "Ich weiß nicht, ob man in einem Freundschaftsspiel zwingend so reagieren muss", gab Stapf seinen Unmut über die Schiedsrichterentscheidung kund.

Am Ende stand ein 31:22 zu Buche. "Trotzdem haben wir noch Luft nach oben", so Weiß. Für seine Sieben beginnt aber auch erst der Testspielmarathon. "Aber die Jungs werden das schaffen". Bereits heute stehen zwei weitere Partien auf dem Programm. Um 14.30 Uhr tritt die TSG in Glinde gegen den SV Plauen-Oberlosa an. "Das wird ein anderes Spiel als gegen Schönebeck, denn Oberlosa ist ein anderes Kaliber. Da wird das Team anders auftreten." Ist diese Begegnung beendet, packen die Saalestädter schnell ihre Sachen und fahren zurück in die heimische Hegerhalle. Dort empfangen sie dann den TuS Magdeburg. Dieses Spiel wird um 18 Uhr angepfiffen. In beiden Partien wird dann auch Christian Hübner dabei sein, der gegen Lok arbeitsbedingt fehlte.

Die Elbestädter gönnen sich auch keine Pause. Heute steht ab 11 Uhr das Günter-Schmidt-Gedächtnis-Turnier des SV Germania Borne auf dem Programm. An diesem Wettbewerb in Wolmirsleben nehmen neben den beiden Mannschaften der Germania und der SG Lok auch der SV Langenwedingen und der HV Rot-Weiss Staßfurt teil. Genug Möglichkeiten also auch für Stapfs Sieben, die noch schlummernden Reserven zu entfalten.

TSG Calbe: Giesemann, Bertram - Barby (3), Krause (2), Hulha (3), Kaiser (3), Rätzel (2), M. Kralix (3), Marschall (2), Sowa (7/3), F. Kralik (2), Gieraths (1)

Lok Schönebeck: Niemann, Knörich - Schulz (1), Bauer (1), Meißner (3), Schröder (3), Kazmierowski (1), Meyer (2), Warschkau (7/4), Mattissek (2), Prokop (1), Roost (2)

Siebenmeter: Calbe 3/3 - Schönebeck 7/4; Zeitstrafen: Calbe 0 - Schönebeck: 8; Rot: Toni Warschkau (52:26, Unsportlichkeit)