Das Duell der Kreisliga-Aufsteiger ist entschieden. Dass es am Ende so deutlich werden würde, damit hatten wohl nicht einmal die Gastgeber gerechnet. Der TSV Blau-Weiß Eggersdorf ließ dem SV 09 Staßfurt II kaum eine Chance und zog als überragender Sieger mit 8:1 (3:0) in die nächste Runde des Fußball-Salzlandpokals ein.

Eggersdorf l "Dass wir so klar gewinnen würden, hätte ich am Anfang der Partie nicht mal im Traum gedacht", meinte ein völlig überraschter TSV-Trainer Ingo Töpfer. Während er in den ersten fünf Minuten noch mit recht besorgter Miene auf der Bank saß und seine Elf schon im Rückstand sah, klatschte er umso ausgelassener vor allem in der zweiten Hälfte. Doch zunächst waren die Gäste am Zug. Ein Lattentreffer setzte schon einmal eine klare Kampf- ansage. Die Bodestädter setzten Eggersdorf auch weiter unter Druck, waren zunächst spielbestimmend.

Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten kam der TSV dann aber immer besser ins Geschehen und drehte den Spieß um. Bereits in der neunten Minuten beantwortete er den gescheiterten Angriff des SV 09 II mit dem ersten Treffer. Torschütze war Kapitän Sebastian David. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand - wohl am allerwenigsten David selbst - dass er am Ende des Spiels als Held vom Platz gehen würde.

Denn das 1:0 sollte nicht sein letzter Treffer gewesen sein. Gleich zehn Minuten später zappelte der Ball erneut im Staßfurter Netz. Danach war allerdings erst einmal Ruhe. Die Bodestädter erholten sich wieder von dem Schock, zwei Gegentreffer in den ersten 20 Minuten kassiert zu haben und versuchten, nun selbst wieder zum Zuge zu kommen. So blieb die Partie bis kurz vor Ende mehr oder minder ereignislos. Beide Mannschaften hatten ihre Möglichkeiten, Tore fielen keine. Erst in der 41 Minute war es einmal mehr David, der den 3:0-Halbzeitstand erzielte.

Im Grunde war damit die Partie bereits entschieden, denn in Hälfte zwei standen zwar 22 Mann auf dem Platz, doch nur elf schienen Fußball zu spielen. "Wir haben vor allem hinten ganz schlecht gestanden", haderte Staßfurts Coach Christian Krüger. Von der Bank aus versuchte er mit einem Wechsel (Andreas Steindorf für Andreas Stude) mehr Stabilität in die Defensive zu bringen. Nutzen brachte es wenig. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, da fiel das 4:0. Dieses Mal durfte Eggersdorfs Steven Eckhardt jubeln. Die Bodestädter bemühten sich, mit langen Bällen und Attacken über die Außenbahnen, in den Strafraum der Gastgeber zu gelangen. Von Erfolg war dies allerdings nur in wenigen Situationen gekrönt. Hinzu kamen einfache Ballverluste und Passfehler, die die Eggersdorfer dankbar für Konter annahmen. Krüger musste mit bangen Blicken zusehen, wie innerhalb von sechs Minuten drei weitere Treffer fielen. "Konter sind die große Stärke von Eggersdorf", so Töpfer. Es gelang den Gästen nicht, diese effektiv zu unterbinden. "Wir haben die schnellen Leute vorn einfach nicht kontrollieren können", konstatierte Krüger ernst.

Nachdem nun das 7:0 (63.) gefallen war, schienen die Staßfurter aufzustecken. Sie waren um die Vermeidung weiterer Gegentore bemüht. So sah es zumindest aus und vielleicht fielen die Eggersdorfer auch darauf herein. Denn schließlich gelang es den Bodestädtern, einen schnellen Angriff über Rechtsaußen in den Strafraum des TSV auszuspielen. Toni Maik Schreckenberger nutzte die Überraschung der Gastgeber aus und erzielte den letztlich doch verdienten Ehrentreffer. (75.) Dieser hätte beinahe schon ein versöhnlicher Abschluss sein können. Doch nun waren die Staßfurter plötzlich hellwach, wollten unbedingt noch ein zweites Tor erzielen. So hatte der SV 09 II in der 85. Minute noch das 2:7 auf dem Fuß, der Ball segelte aber nach einer Flanke knapp am Tor vorbei. Eggersdorf musste in den letzten zehn Minuten noch einmal richtig kämpfen. Das Geschehen spielte sich nun fast ausschließlich in seiner Hälfte ab. Doch wie heißt es so schön: Übermut tut selten gut. Der TSV eroberte sich den Ball nochmals im eigenen Strafraum, passte auf David, der in der Schlussminute den 8:1-Endstand herstellte.

"Wir waren ersatzgeschwächt, hatten vier Spieler von unseren Alten Herren dabei und mussten drei in die Erste abgeben", erklärte Krüger. "Das soll aber keine Entschuldigung sein. Wir müssen auf jeden Fall intensiv an unseren Fehlern arbeiten. So eine Vorstellung dürfen wir uns im Liga- betrieb auf keinen Fall leisten." Kollege Töpfer stimmte selbstverständlich weitaus positivere Töne an. "Wir haben uns vor allem im Mittelfeld im Vergleich zur letzten Saison sehr verbessert. Wir stehen jetzt breiter." Besonderes Lob holte sich natürlich der sechsfache Torschütze ab. "Sebastian ist unser Topstürmer und gehörte auch schon in der Kreisklasse zu den besten Torjägern."

Eggersdorf: Hentschel - Könnecke (46. Schütze), Golmann, Köhler (46. Mucha), Eckhardt, Freye, Werner, F. Töpfer (67. Meyer), David, Fuhr, Hohl

Staßfurt II: Sell - Möller, Werle, Arndt, Durin, Früchtel, Michaelis, Schreckenberger (88. Krüger), Limpächer, Stude (46. Steindorf), Ziebell

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Sebastian David (9., 19., 41.), 4:0 Steven Eckhardt (47.), 5:0, 6:0 Sebastian David (58., 61.), 7:0 Felix Töpfer (63.), 7:1 Toni Maik Schreckenberger (75.), 8:1 Sebastian David (90.); SR: David Altermann