Bitterfeld-Wolfen (fna) l Christian Kehr ist nun kein hoffnungsloser Optimist, er verkennt auch die Realität nicht, wenn er trotz einer 0:7 (0:1)-Niederlage der Schönebecker SC beim 1. FC Bitterfeld-Wolfen von "der bisher besten Saisonleistung" seiner Schützlinge in der Fußball-Verbandsliga spricht. Denn vor allem in der ersten Halbzeit "haben wir dem Gegner alles abverlangt und uns Respekt verdient".

Nicht nur von der Einstellung her wussten die Gäste zu überzeugen, sondern auch taktisch haben sie sich wieder einen Schritt nach vorn gearbeitet. "Wir haben nicht nur gegen den Ball gut verteidigt, wir haben auch gute eigene Aktionen nach vorn gestartet", lobte Kehr. Die größte Möglichkeit hatte Christian Baartz, der nach einem gut vorgetragenen Angriff frei vorm Torwart war, jedoch am glänzend reagierenden Robert Hahn scheiterte. Der Keeper konnte den Schuss mit einer starken Reaktion noch zur Ecke lenken. "In dieser Szene hätten wir uns für unsere Einstellung, die wir in bisher allen Spielen gezeigt hatten, belohnen können."

In der Abwehr hatte sich der SSC ebenfalls gut präsentiert, vereitelte die Möglichkeiten der Gastgeber entweder durch gute Raumaufteilung oder er bekam noch ein Bein zwischen den Schuss und das Tor oder Torhüter Lukas Schulz parierte. Erst eine Standardsituation sorgte für die Führung der Bitterfelder. Mit einem direkt verwandelten Freistoß in den Winkel markierten sie den einzigen Treffer in der ersten Halbzeit - unglücklich, weil nur sieben Minuten vor der Pause.

Nach dem Wechsel gab es dann den nächsten Genickschlag für die "Grünen", denn kurz nach dem Wiederanpfiff verwandelte Mathias Kuhlig zur 2:0-Führung (46.). "Das war natürlich bitter", betonte der SSC-Coach. Das galt auch für die Gegentreffer drei und vier, die unglücklich abgefälscht wurden.

Dass die Niederlage am Ende noch deutlicher ausfiel, hatte aus Kehrs Sicht nicht nur mit den schwindenden Kräften seines Teams, sondern auch mit den schwieriger werdenden Lichtverhältnissen zu tun. Denn trotz des nach vorn verlegten Anpfiffs auf 18.30 Uhr wurde es in der letzten Viertelstunde der Partie aufgrund einiger Gewitterwolken derart dunkel, "dass ich kaum noch sagen konnte, wie die drei Tore noch gefallen waren".

Trotz der vierten Niederlage im vierten Spiel bleibt Kehr optimistisch. "Wir haben gesehen, dass wir auch in dieser Liga Chancen haben, wenn wir gemeinschaftlich handeln." Dies wird am Donnerstag bei einem Testspiel gegen Einheit Bernburg erneut gefordert.

Schönebeck: Schulz - Richter (71. Urban), Degraf, Köhlert (58. Braun), Baartz, Guhde, Weidemeier, Sprengler, F. Neugebauer (65. Göbel), Igel, Michaelis

Tore: 1:0 Michael Gohla (38.), 2:0 Mathias Kuhlig (46.), 3:0 Nico Scherz (61.), 4:0 Marcus Plomitzer (71.), 5:0 Nico Scherz (84.), 6:0 Sören Barabasch (88.), 7:0 Raik Wawrzyniak (89.); SR: Dirk Simon (Halle); ZS: 73