Marko Fiedler feierte im Juli 2014 seine zehnjährige Vereinszugehörigkeit zum Schönebecker SV. Nun hat der 41-Jährige zum 31. Dezember 2014 seine Kündigung eingereicht. Im Vier-Augen-Gespräch mit Präsident Frank Rüchardt einigten sich beide, diese zum vergangenen Dienstag vorzuziehen. Sportredakteur Frank Nahrstedt sprach mit dem ehemaligen Coach des Fußball-Landesligisten über die Gründe und Chancen.

Herr Fiedler, warum haben Sie aus eigenen Beweggründen die Kündigung eingereicht?

Marko Fiedler: Ich war mit der Zusammenarbeit mit einigen Mitgliedern des Vorstands nicht einverstanden. Mir wurde immer wieder ins Sportliche hineingeredet, beispielsweise, warum ich Trainingseinheiten vor Testspielen ansetze. Dabei war es mit dem neuen Vorstand zu Beginn sehr gut angelaufen. Seit der offiziellen Wahl ist das allerdings nach hinten losgegangen.

Haben Sie Vorgaben für eine Platzierung zum Ende der Saison erhalten, die sie nicht erfüllt haben?

Es wurde mit mir gesprochen, dass als Ziel die Plätze eins bis drei gelten sollten. Dieses wurde allerdings viel zu früh herausgegeben, zu Beginn der Vorbereitung. Ich habe damals betont, dass andere Teams auch aufrüsten, beispielsweise Halberstadt II, und dass uns Verletzungen auch zurückwerfen können. Eine Platzierung von eins bis sieben ist realistischer.

Gab es Kritik an Ihrer Mannschaftsführung oder an den Trainingsinhalten?

Nein, die kam überhaupt nicht Allerdings fielen am Rande der Vorbereitungsspiele immer wieder negative Bemerkungen über die eigene Mannschaft zu anderen Leuten oder Spielern. Das war nicht förderlich für die Zusammenarbeit.

Erfolgten daraufhin Aussprachen zwischen Ihnen und dem Vorstand?

Eine Woche vor dem Saisonstart habe ich mit Frank Rüchardt und Dietmar Scholz zusammengesessen. Wir wollten eigentlich eine Auswertung vornehmen. Allerdings wurden dabei Probleme angesprochen, die vorher nur zwischen Dietmar Scholz und mir intern angesprochen wurden und daraufhin die weitere Zusammenarbeit ein Thema war. Es war das erste Mal, dass ich mich mit Frank Rüchardt lautstark unterhalten habe. Das war vorher noch nie passiert. Wir hatten immer eine sehr gute Zusammenarbeit. Er hat mir viele Tipps gegeben, für die ich heute noch dankbar bin.

Wann haben Sie den Entschluss für Ihre Kündigung gefasst?

Eigentlich sollte es nur ein Warnschuss sein, weil die Zusammenarbeit nicht wie gewünscht verlief, was aber an beiden Seiten liegt. Ich habe auch Fehler begangen. Ich habe die Kündigung extra bei Frank Rüchardt persönlich abgegeben, um ein Gespräch zu erwirken. Seitdem hatte es allerdings keines gegeben. Am Wochenende vor der Kündigung war dann der Entschluss gefasst. Viele Spieler aus allen Mannschaften waren mit den Sprüchen und dem Verhalten einiger Personen aus der Leitung nicht einverstanden.

Am vorigen Dienstag gab es ein Vier-Augen-Gespräch mit Frank Rüchardt. Gab es darin keine Chance für eine Einigung?

Ich wurde vor vollendete Tatsachen gestellt, konnte mich aber dank Informationen aus dem Kreis Staßfurt/Förderstedt darauf vorbereiten. Es hieß, dass Dietmar Scholz zurückgetreten sei und daher auch ich meinen Hut nehme solle. Wir waren uns einig, dass keine dreckige Wäsche gewaschen werden sollte. Allerdings ging es nur 45 Minuten später bei Diskussionen, die ein Präsidiumsmitglied befeuert hat, auf Facebook heiß her.

Haben Sie mit dem Thema Schönebecker SV abgeschlossen?

Das werde ich so schnell nicht können. Ich habe viel Zeit und Herzblut hineingesteckt, viele Freundschaften sind entstanden, beispielsweise mit Uwe Vogt, Enrico Oerke, Christian Zahl und vielen Spielern. Es ist ein großer Zusammenhalt gewachsen. Dies belegt zum Beispiel das Verhalten einiger Fans und Spieler der Zweiten, die während einer Sitzung auf das Ergebnis des Gesprächs zwischen Vorstand und Mannschaft gewartet hatten. Das Team war sich einig, nur dann weiterzumachen, wenn ich Trainer bleibe. Das werde ich den Spielern aber nicht sagen. Da ist nun der Vorstand gefordert.

Sind jetzt alle Türen verschlossen?

Für die Mannschaft und für die Fans würde ich zurückkehren und weitermachen. Allerdings müsste dafür alles geklärt werden und einiges passieren. Ich bin gerne gesprächsbereit, werde die Situatione und das Geschehen bis dahin aber aus der Ferne verfolgen. Ich habe auch Fehler begangen, man muss nur darüber sprechen, und zwar rechtzeitig. Das Tischtuch ist nun zwar angeritzt, aber es ist noch nicht zerschnitten. Der Spielball liegt allerdings woanders.

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