Schönebeck (nrc) l Die Negativserie des Schönebecker SC geht weiter. Nachdem Trainer Christian Kehr seine Elf für ihre sehr gute Einstellung und Moral in der vergangenen Partie gegen Bitterfeld-Wolfen loben konnte, fiel das Fazit nach der Partie am 5. Spieltag der Fußball-Verbandsliga anders aus. Mit 0:9 (0:6) unterlag der SSC dem SV Edelweiß Arnstedt.

Kehr selbst konnte die Geschicke an der Seitenlinie in dieser Partie nicht lenken, da er bei einem Lehrgang in Leipzig war. Ihn vertraten seine zwei Co-Trainer Marko Ulbrich und Frank Gabriel. Beide hatten vor allem in der ersten Halbzeit recht lange Gesichter. "Wir haben überhaupt keinen Zugriff auf den Gegner bekommen", haderte Gabriel.

Zunächst schien es jedoch so, als könnten die Gastgeber die Partie ein Stück weit auf Augenhöhe gestalten. Dies lag allerdings daran, dass der SV Edelweiß erst einmal eine abwartende Haltung einnahm und seinen Gegner beobachtete. Aber so gelang dem SSC eine gute Aktion nach vorn. Der Gastgeber startete einen schnellen Angriff über rechts und suchte den Abschluss.

Nach zehn Minuten hatte Arnstedt offenbar genug gesehen und riss das Spiel prompt an sich. Der Gast erwies sich vor allem über die linke Seite als sehr gefährlich. So erfolgte eine Flanke von dort in den Strafraum. SSC-Keeper Lucas Schulz konnte diesen abwehren. Doch der Ball landete bei Rick Eilfeld, der zum 1:0 für Arnstedt einschob.

Von nun an spielte sich der Großteil der Partie in der Elbestädter Hälfte ab. Schönebeck fehlte es vor allem am Willen, auch einmal zusätzliche Wege zurückzulegen. Hier war Arnstedt bei weitem überlegen. "Außerdem haben wir uns in den Zweikämpfen nicht gut präsentiert", konstatierte Ulbrich. Hinzu kam die schwächelnde Abwehr auf der linken Seite. Treffer zwei und drei fielen im Prinzip nach demselben Muster. Es gab eine Flanke in den Strafraum, die Schulz noch abwehren konnte. Im Folgenden wurde der zweite Ball zur Ecke geklärt. Diese wurde dann per Kopf ins Tor verlängert.

Schulz hatte alle Hände voll zu tun, erwies sich aber noch als einer der besten SSC-Akteure auf dem Platz. Bei einer Situation war er aber zu übereifrig. Er wollte einen Abschluss von Arnstedts Matthias Härtl verhindern und holte ihn von den Beinen. Der Unparteiische pfiff und zeigte auf den Punkt. Peter Freund trat an und verwandelte zum 0:4 (30.).

Bis zur Halbzeitpause fielen noch zwei weitere Treffer für die Gäste, sodass der SSC bereits mit 0:6 zurücklag. "Es hat an Einstellung und Kommunikation auf dem Feld gefehlt", hielt Gabriel fest. Nach der Pause stellten beide Co-Trainer auf ein 4-2-3-1 um. Dies brachte leichte Besserung ins Spiel der Elbestädter. "Jetzt stimmte zumindest die Einstellung. Die Jungs haben so viel Einsatz gezeigt, wie wir in einem Heimspiel erwarten."

In den ersten Minuten gelangen erneut gute Aktionen nach vorn. Die beste Gelegenheit, das erste Tor der Saison zu erzielen, erfolgte über einen Schuss aus gut zehn Metern, der nur knapp über den Kasten segelte. Es fehlte die nötige Konsequenz, um die guten Ansätze auch weiter zu verfolgen. Bei einem Ballverlust gab der SSC einfach zu schnell auf. "Ein weiteres Problem waren in diesem Spiel die Abpraller", erklärte Ulbrich. "Diese haben wir nicht klären können." So fielen etwa das 0:7 und 0:8 in der 65. und 70. Minute durch Härtl und Julian Baum, die jeweils im Nachsetzen erfolgreich waren.

Am Ende stand ein klares 0:9 zu Buche. Im Grunde hätte es aber noch deutlich höher ausgehen können, denn wenn sich Edelweiß Arnstedt etwas vorzuwerfen hatte, "dann war es die Chancenverwertung", sagte Edelweiß-Trainer Thomas Vollmann. "Man muss dem SSC aber auch Respekt zollen, dass sie trotz ihrer derzeitigen Situation in dieser Liga antreten", fügte er anerkennend hinzu.

SSC: Schulz - Harke, P. Neugebauer (67. Heise), Köhlert, Baartz, Guhde, Kuhn, Igel Sprengler, F. Neugebauer (60. Jaenecke, Michaelis

Tore: 0:1 Rick Eilfeld (10.), 0:2 Peter Freund (17.), 0:3 Matthias Härtl (24.), 0:4 Peter Freund (30., FE), 0:5 Matthias Deumelandt (42.), 0:6 David Gros (43.), 0:7 Matthias Härtl (65.), 0:8 Julian Baum (70.), 0:9 Enrico Mania (82.); SR: Falk Warnecke (Magdeburg); ZS: 62