Schönebeck (fna) l Am Montagabend gab es während der Sitzung der Fußball-Abteilung beim Schönebecker SV nun Resultate, doch restlos zufrieden gab sich die erste Mannschaft nicht. Sie sah es zwar als positives Zeichen, dass der Vorstand zurückgetreten ist und damit die Weichen für mehr Harmonie gestellt worden waren, doch "Marko Fiedler ist als Trainer nicht wieder eingesetzt worden", haderte Enrico Palm, Spieler und Kapitän auf dem Feld. Dabei hatten er und alle anderen der Landesliga-Elf zuvor Zeichen gesetzt.

Zum einen liefen sie im Salzlandpokal für die Zweite auf, zum anderen traten sie trotz unsicherer Zukunft am vergangenen Wochenende bei Fortuna Magdeburg an, weil Fiedler in Absprache mit dem Vorstand die Kabinenansprache hielt, die Aufstellung bekanntgab und hinter der Absperrung an der Seitenlinie stand - quasi voll mit dabei war. "Wir sind extra für den Verein und für `Fiedel` aufgelaufen, sind einen Schritt auf den Vorstand zugegangen und haben verdeutlicht, dass es nur mit ihm als Trainer weitergehen soll." Nachdem dieses Entgegekommen des Teams vom Vorstand scheinbar ungehört blieb, "sind wir noch sehr unentschlossen, wie es nun weitergehen soll".

In den Spielern schlagen augenscheinlich zwei Herzen. Zum einen möchten sie ausschließlich unter Fiedler weiter Fußballspielen, zum anderen geht es ihnen um das Fußballspielen überhaupt. "Wir sind in der Zwickmühle. Wir sind eine geile Truppe, wollen einfach nur spielen und unseren Spaß haben. Eine sechsmonatige Sperre, wenn wir den Verein verlassen sollten, ist dabei nicht akzeptabel." Bisher hatte lediglich Torhüter Rico Willner die Reißleine gezogen und sich beim Verein abgemeldet.

"Wir sind für den Verein und für Marko Fiedler einen Schritt auf den Vorstand zugegangen."

Die Doppelbelastung Fiedlers durch sein Engagement beim DFB-Stützpunkt in Magdeburg, das er zum 1. September dieses Jahres angenommen hat, spiele für den Landesligisten indes keine Rolle. "Marko Fiedler hat diesbezüglich uns gegenüber mit offenen Karten gespielt. Er sagte, es würde nur den Montag betreffen, an dem er später kommen würde oder Frank Schmielau die Einheiten leiten würde. Von uns aus haben wir darin kein Problem gesehen. Zudem sei die Arbeit beim SSV mit dem Stützpunkt abgesprochen gewesen", erklärte Palm.

Der Vorstand muss nun also nicht nur eine neue Abteilungsleitung finden, er muss auch schnellstens dafür sorgen, dass entweder Fiedler zurückkehrt an die Seitenlinie oder eine für alle Seiten akzeptable Lösung gefunden wird. "Die Mannschaft soll so schnell wie möglich wissen wie es weitergeht", betonte Frank Rüchardt, der SSV-Präsident. Um ihre Wünsche zu verdeutlichen, erwägen die Spieler der Ersten, dem heutigen Training und dem Punktspiel am Sonnabend fern zu bleiben. "Wir haben seit Montag immer wieder gesprochen, viel miteinander telefoniert. Wir sind uns einig. Entweder mit Marko Fiedler oder gar nicht", verdeutlichte Palm, der zudem betonte, dass "ein persönliches Gespräch gemeinsam mit Frank Rüchardt, also zwischen Präsident und erster Mannschaft", sehnlichst erwünscht ist.