Der TSG Calbe ist die Revanche für die 22:23-Niederlage im Hinspiel gelungen. Durch den 28:22 (14:10)-Erfolg gegen die SG Kühnau behaupteten die Handballer den ersten Platz in der Sachsen-Anhalt-Liga.

Calbe l Die TSG hatte sich viel vorgenommen, wollte diese unnötige Pleite aus dem Hinspiel unbedingt ausmerzen. Zuweilen ging sie jedoch übermotiviert vor. "Am Anfang sind wir nicht richtig zurecht gekommen", konstatierte Trainer Peter Weiß, der nach zehn Minuten eine Auszeit nahm. Zu diesem Zeitpunkt hatten seine Schützlinge bereits vier Fehlwürfe und vier Ballverluste produziert. Nur einer war von Beginn an hellwach: Felix Kralik. Er erzielte die ersten vier Treffer der TSG (4:5, 12.) und hielt sein Team somit im Spiel. "Er war der einzige, der mit Druck auf die Deckung gegangen ist. Alle anderen hatten aber auch etwas Pech im Abschluss."

Nach diesem Duell "Kralik gegen Kühnau" fand die TSG aber zur Sicherheit. "Ich habe die Jungs nochmal beruhigt. Sie waren viel zu aufgeregt, wollten frühzeitig für eine Vorentscheidung sorgen und haben zu hektisch abgeschlossen." Und dann steigerte sich auch Keeper Stefan Wiederhold zu 13 Paraden in den ersten 30 Minuten, am Ende waren es 24, davon zwei Siebenmeter. Allerdings tat sich Calbe auch in der Folge schwer mit der 5-1-Deckung der Gäste. Auch die relativ kleinliche Linie der beiden Unparteiischen sorgte nicht gerade für Spielfluss.

Knackpunkt waren dann die letzten 20 Sekunden vor der Pause. Mit zwei schnellen Treffern von Ron Barby und Christian Hübner gelang der TSG noch der Zwischenspurt vom 12:10 zum 14:10. "Das war schon ein kleines Zeichen", resümierte Weiß.

Denn nach dem Wechsel setzten sich seine Schützlinge zum vorentscheidenden 20:13 (41.) ab. Ausschlaggebend war die gute Defensivarbeit. Allen voran mit Daniel Gieraths, der im Mittelblock den gegnerischen Kreisspieler Frank Rackzeh gut abschirmte und frühzeitig auf Rückraum-Schütze Nauris Auzins hinaustrat. Spätestens als dann Christian Hübner zum 24:18 (51.) von rechtsaußen traf und damit den kleinen Lauf der Gäste beendete, war die Partie entschieden, Platz eins wurde verteidigt. Da auch Langenweddingen mit 20:19 gegen Landsberg die Oberhand behielt, geht das Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel der beiden Teams weiter. "Ich gehe davon aus, dass es bis zum Saisonende sehr spannend bleiben wird", schätzte Weiß ein.

Calbe: Wiederhold, Bertram - Barby (2), Krause (4/1), Gieraths, Hulha (2), Kaiser, Rätzel, M. Kralik, Marschall, Weiß (3), Sowa (5/3), F. Kralik (7), Hübner (5)

Kühnau: Bachmann, Wiese - Bösener, Sitte (2), Zimdahl (5/2), Gatzke (1), Feix (1/1), Moosbauer, Rieprich (3), Rathmann (1), Daudert (1), Hohenstein (1), Reckzeh (2), Auzins (5/3)

Siebenmeter: Calbe 5/4 - Kühnau 8/6; Zeitstrafen: Calbe 4 - Kühnau 4