Mit einem mühsamen 33:28 (12:12)-Erfolg über den HBC Wittenberg hat die TSG Calbe ihre Weiße Weste in der Rückrunde bewahrt. Genau so schleppend wie die Handball-Partie sich zog, begannen auch die Feierlichkeiten des Meisters der Sachsen-Anhalt-Liga.

Calbe l Es lief aber auch gar nichts rund bei den Gastgebern. Viel zu früh versuchten beispielsweise Mathias Walther und Niclas Kaiser, sich mit Pässen hinter dem Rücken eine gute Wurfposition zu erarbeiten. Doch eine große Galavorstellung wurde die Partie bei weitem nicht. Zum einen, weil die TSG bis in die Schlussphase hinein nicht die nötige Bindung zum Spiel entwickelte und immer ein paar Prozente vermissen ließ. Zum anderen, weil sich Wittenberg locker und frech präsentierte. Allen voran Rene Seiffert, der auf Rückraum Mitte mit verdeckten Unterhandwürfen überraschte und die Abwehr inklusive Torhüter zur Verzweiflung trieb.

Calbe hatte nicht die gewohnte Aggressivität und Aufmerksamkeit, die das Team noch beim Auswärtssieg beim HSV Magdeburg auszeichnete. "Ich habe das kommen sehen. Aber es ist auch ein Stück weit nachvollziehbar", sagte Trainer Peter Weiß angesichts der bereits gewonnenen Landesmeisterschaft.

Der Coach versuchte, mit Wechseln für neue Impulse zu sorgen. Daniel Gieraths für Maximilian Weiß, Felix Kralik für Ronny Krause, Nils Rätzel für Martin Sowa, Ron Barby für Christian Hübner und Lucas Marschall für René Hulha - es ging einfach kein Ruck durchs Team. Auch die Defensive packte nicht wie gewohnt zu. "Wir sind in der Abwehr zu spät hinausgetreten." Somit war es auch für die Keeper schwer, sich in das Spiel zu finden. Zu allem Überfluss kullerten dann auch einfache Bälle ins Tor oder gar durch die Hände von Stefan Wiederhold, beispielsweise zum 26:26 (54.).

Allein die 21 Ballverluste sowie zehn Fehlwürfe der Gäste sorgten dafür,dass die TSG nicht höher in Rückstand geriet. Bis zum 30:28 (58.) blieb die Partie somit eng.

Dann sorgte René Hulha für die Erlösung. Trotz Manndeckung in 5-0-1 der Wittenberger enteilte er seinem Gegenspieler, lief am gegnerischen Kreis entlang und netzte aus spitzem Winkel von Rechtsaußen spektakulär zum 31:28 (58.) ein. In doppelter Überzahl vergab Wittenbergs Franz Hildebrand zwei Versuche - Calbe nutzte seine Chancen diesmal eiskalt durch Felix Kralik. Den Schlusspunkt setzte Martin Sowa mit dem ersten Siebenmeter.

Anschließend mussten Spieler und Fans wohl erstmal verschnaufen, bevor der Pokal von HVSA-Geschäftsführer Dennis Engel überreicht wurde und der Auftakt für eine tolle Party mit den Fans gelungen war. Nur allmählich drangen Jubelgesänge vor die Heger-Sporthalle. Aber im Laufe des Abends wurden sie immer lauter. Die TSG Calbe ist Landesmeister. Oder wie es die Mannschaft ausdrückte: "Calbe ist Landesmeister - schon wieder."

Am Sonnabend um 17 Uhr beendet das Team die Saison beim HSV Haldensleben. Um mit einem Sieg die Serie in der Rückrunde aufrecht zu erhalten, müssen sich aber alle noch einmal gehörig konzentrieren. Sonst erhält die bislang Weiße Weste zum Schluss doch noch einen Fleck.

TSG Calbe: Bertram, Wiederhold - Walther (1), Barby (6), Krause (1), Gieraths, Hulha (6), Kaiser (1), Rätzel (1), Marschall, Weiß, Sowa (3/1), Kralik (11), Hübner (3)

Wittenberg: Nater - Wald, Hildebrand (6), Lindner (8), Seiffert (10), Giese (1), Schröder (1), Richter (2)

Siebenmeter: Calbe 1/1 - Wittenberg 1/1; Zeitstrafen: Calbe 3 - Wittenberg 5; Rot: Franz Hildebrand (3x2 Minuten, 59:38) -Wittenberg-