Ein Derby ist immer etwas Besonderes im Fußball, doch dieses hat noch eine zusätzliche Brisanz: Den Abstiegskampf. Wenn heute ab 18.30 Uhr der Schönebecker SV (16.) und der SV Förderstedt (13.) aufeinandertreffen, denn geht es nicht nur um drei Punkte, sondern um den Verbleib in der Landesliga. Und der Druck liegt ganz klar bei den Gastgebern des SSV.

Schönebeck/Förderstedt l Die Gäste konnten sich mit ihrem Überraschungserfolg gegen den Zweiten, VfB Germania Halberstadt II, von den Abstiegsrängen erst einmal befreien. "Gegen Halberstadt II zu gewinnen, muss man erst einmal schaffen", weiß auch SSV-Trainer Michael Steffen. "Aber wir treten auch mit einem Sieg im Rücken an." Schönebeck gewann zuletzt beim Kreveser SV mit 3:1.

Auch sonst kann der Gastgeber mit breiter Brust auftreten. Das Hinspiel entschieden die Elbestädter mit 3:0 für sich. Aber Steffen warnt vor zu viel Euphorie. "Im Grunde verlief die Partie auf Augenhöhe. Wir hatten beim 3:0 auch Glück." Nun müsse man abwarten, "welche Mannschaft besser ins Spiel kommt".

Und genau da haperte es in der Vergangenheit bei den Förderstedtern. "Wir haben zu Beginn meist eine Schlafphase. Das darf uns heute nicht passieren", fordert SVF-Spieler-Trainer Jens Liensdorf. Immerhin wollen die Förderstedter mit drei Punkten ihren Abstand zum roten Bereich vergrößeren. Liensdorf ist froh, dass "wir nicht in der Situation wie Schönebeck sind. Der Druck liegt ganz klar beim Gegner." Vollkommen befreit kann seine Elf aber auch nicht auftreten, denn bei einer Niederlage rutscht sie sofort wieder in die Abstiegszone.

Wie Steffen erinnert sich Liensdorf noch gut an das Hinspiel - und die 0:3-Niederlage ist ein Stachel. "Der SSV ist damals mannschaftlich sehr geschlossen aufgetreten und hat uns darüber auch geschlagen. Individuell sind wir aber besser besetzt." Allerdings erinnert sich der Spieler-Trainer noch an etwas anderes. "Wir haben auch vor dem Hinrunden-Derby gegen Halberstadt II gespielt und mit einer tollen Leistung gewonnen. Gegen Schönebeck lief es dann allerdings gar nicht." Ein böses Omen? Liens-dorf hofft, dass dem nicht so ist. "Der Gegner ist vor allem offensiv nicht mehr so stark, seit seine große Stützte Denis Neumann den Verein verlassen hat." Neumann erzielte seinerzeit das 3:0. Für die anderen beiden Tore sorgten Sebastian Jakobs und Steven Gondeck - und die spielen noch in Schönebeck.

Es fehlen: Mathias Braunert (verletzt), Robert Kellermann (Beruf), Enrico Palm, Christian Bruchmüller, Robin Bittkau (alle fraglich) - Denis Herrler (privat), Marcus Bolze, Lucas Dübecke (beide fraglich); SR: Tobias Menzel (Magdeburg), Hinspiel: 3:0