Völlig befreit kann die TSG Calbe in die morgige Partie gegen den Tabellenführer der Fußball-Landesliga, VfB Ottersleben, gehen. Zum einen hat das Team von Trainer René Kausmann zwei Siege in Folge im Rücken, zum anderen entführte es bereits im Hinspiel einen Punkt. Der Schönebecker SC sieht sich mit TuS Bismark dem dritten Team aus der Altmark in Folge gegenüber.

Calbe/Schönebeck. Stadtrivale Schönebecker SV ist nach der 0:1-Niederlage im Derby gegen die TSG beim direkten Konkurrenten um den Ligaverbleib, SG Gerwisch, gefordert. Anpfiff aller Partien ist morgen um 15 Uhr.

TSG Calbe (7.) -

VfB Ottersleben (1.)

Das Selbstvertrauen ist groß bei den Gastgebern. "Wir wollen auch gegen Ottersleben gewinnen", sagt Trainer René Kausmann, wenngleich bei den jüngsten Erfolgen "immer etwas Glück dabei war". Aber das hat sich das Team erarbeitet. Mit einer Fünferkette wurde zuletzt der Schönebecker SV im Derby überrascht, das Pressing war strukturiert und erfolgreich. Wie Kausmann gegen den VfB aufstellen wird, darüber war er sich bis gestern noch nicht schlüssig. Auch VfB-Coach Burkhard Knobbe war sich der Aufstellung noch nicht sicher, entscheidet diese erst nach dem Abschlusstraining. Er erwartet bei der TSG eine schwere Aufgabe. "Seit ich in Ottersleben Trainer bin, haben wir in drei Spielen gegen Calbe nicht gewonnen. Das ist für mich der unangenehmste Kontrahent." Dennoch wollen die Gäste ihre Position behaupten. "Dazu müssen wir couragierter auftreten. Respekt ist wichtig, wir dürfen uns aber nicht provozieren lassen und müssen unsere Chancen clever nutzen."

Es fehlen: keiner - Christian Kieler (Muskelfaserriss), Marcel Könning (fraglich, Magen-Darm-Infekt); Hinspiel: 1:1

Schönebecker SC (4.) -

TuS Bismark (10.)

Mit Bismark kommt die auswärtsschwächste Mannschaft der Liga nach Schönebeck. Unterschätzen wird sie der SSC aber nicht. "TuS hat eine gute Rückrunde gespielt", weiß SSC-Trainer Christian Kehr. Auf Rang fünf liegt das Team von Dirk Grempler in dieser Statistik, Schönebeck auf zwei. "Unsere derzeitige Verfassung ist super", sagt Kehr. Den Blick nach oben oder zur Seite nach Calbe wagt der Coach aber nicht. "Wir müssen auf uns schauen, wir wollen unsere Siegesserie fortsetzen." Verzichten muss er dabei vorerst auf Enrico Klüter, der Mittelfeldakteur hat sich beim Training am Sprunggelenk verletzt und musste operiert werden. "Wir sind als Mannschaft gewachsen und werden auch für ihn spielen." Wieder mit dabei ist Robert Renger, er fehlte in Potzehne berufsbedingt. Mit dem 6:1-Sieg hat sich der SSC zum "Schrecken der Altmark 2011" enwickelt, bezwang zuvor Mechau mit 4:0.

Bismark ist also gewarnt. Nach der 2:3-Niederlage der Vorwoche in Aschersleben hat TuS wieder Abstiegssorgen. "Wir sind klarer Außenseiter, besonders nach der Leistung. Da haben in der ersten Halbzeit die Konzentration und die Einstellung nicht gestimmt", erklärt Grempler gegenüber der Volksstimme. "Mit Schönspielen ist in Schönebeck nichts zu holen. Wir müssen besonders in der Abwehr kompromisslos agieren." Dafür stellt er um. Als Libero wird Marcus Kujat auflaufen. Er hat beim 1. FCA einen guten Eindruck hinterlassen. Zudem kehren Daniel Grützmacher und Christopher Schröder zurück. "Wir müssen die alten Tugenden wieder in die Waagschale werfen und diszipliniert auftreten."

Es fehlen: Maximilian Dentz, Christoph Breitmeier, Enrico Klüter (alle langzeitverletzt) - Carlo Rämke, Sebastian Neumann (beide Urlaub), Eric Bartsch, Tobias Klose (beide angeschlagen); Hinspiel: 1:0

SG Gerwisch (15.) -

Schönebecker SV (11.)

Der SSV hat in der Woche den Fokus auf die heutige Partie gelegt. Es ist ein "Sechs-Punkte-Spiel" für das Team von Trainer Marko Fiedler. Im Falle eines Sieges würde es den Abstand zum direkten Konkurrenten um den Ligaverbleib vergrößern. "Es wird schwer, in Gerwisch zu gewinnen", sagt der Coach. Unter Druck setzt sich das Team aber nicht. "Wir müssen die Zweikämpfe von Anfang bis Ende annehmen", weiß Fiedler um die Stärke der Gastgeber. Das hat zuletzt gegen Calbe gefehlt. "Aber über Niederlagen denken wir nicht so lange nach", sagt Fiedler. "Wir müssen zu dem zurückfinden, was wir richtig gemacht haben, als wir gewonnen haben." Wichtig sei, wieder lockerer zu werden. Darum ist nach dem Training ein geselliges Zusammensitzen geplant.

Auch Gerwischs Coach Thomas Sauer spricht von einem "Sechs-Punkte-Spiel". Dennoch nimmt er den Druck von seinem Team. "Ich werde den Jungs nicht ständig die Tabelle vorhalten, das wäre keine große Motivation." Dennoch weiß Sauer, worum es morgen geht. "Schönebeck ist eine Mannschaft, die wir noch in den Abstiegskampf hineinziehen wollen. Ich bin überzeugt, dass wir mannschaftlich besser aufgestellt sind", formuliert er eine klare Kampfansage.

Es fehlen: Mathias Herms (verletzt), David Kühn, Marcus-Antonio Bach, Niels Karlowski (alle angeschlagen, fraglich) - Matthias Fischer (Gelb-Rot gesperrt), Andreas Günther, Chris Mühsing (beide langzeitverletzt), Steven Ebenling (angeschlagen, fraglich); Hinspiel: 2:3