Seine wohl spektakulärste Parade war die erste: Keeper Daniel Bertram "pflückte" den Heber von linksaußen regelrecht aus der Luft und hielt den Handball-Sachsen-Anhalt-Ligisten TSG Calbe damit im Spiel. Der Gastgeber überstand die Phase in Unterzahl fast unbeschadet und gewann das Viertelfinale im HVSA-Pokal gegen Ligakonkurrent Landsberger HV mit 26:24 (13:14).

Calbe. René Hulha wusste genau, bei wem er sich zu bedanken hatte. Der Aufbauspieler strich Bertram nach dem Abpfiff aufmunternd über den Kopf: Insgesamt acht Würfe hielt der Keeper in der zweiten Halbzeit, weshalb die neun Ballverluste und die sieben Fehlwürfe nicht weiter ins Gewicht fielen. "Die Mannschaft hat in der Halbzeit gesagt, ich soll einfach mal ein paar Bälle halten", sagte Bertram nach der Partie sichtlich erleichtert.

In den ersten 30 Minuten kam er nämlich kaum zum Zuge, zu passiv war die 6-0-Abwehr der TSG im Hinaustreten oder im Blocken der Würfe aus dem Rückraum. Landsbergs Halblinker Matthias Lange war immer wieder erfolgreich, die Gäste erspielten sich beim 7:11 eine Vier-Tore-Führung. Doch in Unterzahl produzierten sie einige Ballverluste, durch die Calbe mit erfolgreichen Kontern den Rückstand zum 13:14 zur Pause verringerte.

Nach dem Wechsel glich der agile Hulha mit einem Unterhandwurf zum 14:14 aus, Björn Rätzel markierte mit einem verwandelten Siebenmeter die erste Führung für die Gastgeber zum 15:14. Und als dann Bertram sechs Minuten ohne Gegentreffer blieb, war die TSG obenauf. "Wir haben es versäumt, nachzulegen", haderte Gunnar Lehmann, der ebenfalls auf der Bank saß, mit den vergebenen Chancen. Nach dem 18:16 blieb es ausgeglichen, "es war ein richtiger Pokalkampf".

Erfolgreich war zudem die Umstellung auf eine 5-1-Deckung, mit der entweder Mathias Walter oder Hulha die Rückraumschützen des LHV vor erhebliche Probleme stellten. Christian Hübner, der aufgrund einer Rippenprellung auf die Zähne biss, markierte nach einer kurzen Verschnaufpause auf der Bank das 23:22 nach einem Konter, Hulha das 24:23 und Sebastian Roost setzte den Schlusspunkt mit einem Wurf aus spitzem Winkel von Linksaußen zum 26:24.

Damit zog die TSG ins Halbfinale ein. Neben dem Lokalrivalen Lok Schönebeck könnte sie noch auf Wittenberg-Piesteritz oder den Sieger aus der Partie Dessau-Roßlauer HV gegen den HV Ilsenburg treffen.

TSG Calbe: Bertram, Knörich - Walter, B. Rätzel (4/3), Barby (2), Hulha (6), Roost (2), N. Rätzel (1), M. Kralik (2), Fritsche, F. Kralik (7), Hübner (2)

Landsberger HV: Weber, Fischer, Voll - Hiemann (1), Schwara (3), Zander (4), Hannuschke, Liebezeit (1), Blechschmidt (4), Fronek (4/2), Pech, Lange (7)

Siebenmeter: Calbe 4/3 - Landsberg 3/2; Zeitstrafen: Calbe 5 - Landsberg 5; Rot: Daniel Hannuschke (3x2 Minuten, 57:06) -Landsberg-