Glinde (mnd). Vor einer ungewohnten Situation stehen heute die Handballer der SG Eintracht Glinde. Nach dem unbefriedigenden Saisonverlauf dürfen sie sich gegen den HSV Apolda in der Favoritenrolle wähnen, denn die Thüringer, gegenwärtig Tabellenzwölfter der Mitteldeutschen Oberliga, sind in dieser Saison enormen Leistungsschwankungen unterworfen. Anwurf ist heute um 17 Uhr in der Elbe-Sporthalle.

Vor allem in fremdem Hallen kommt die Mannschaft von Trainer Ralph Börmel nicht zurecht. Nach teilweise hohen Niederlagen waren sie lediglich in Ronneburg nah an einem Punktgewinn, verloren aber 25:26 und sind seit nunmehr zwei Jahren auswärts ohne Sieg. "Uns fehlt das Selbstvertrauen. In der Regionalliga mussten wir viel Lehrgeld bezahlen. Es braucht anscheinend wieder einige Zeit, bis wir gegen gleichwertige Gegner bestehen können", sagt Börmel. Es ist vor allem die Abschlussschwäche, die dem Trainer Kopfzerbrechen bereitet. "Eine Erklärung dafür habe ich auch nicht parat."

Eintracht-Trainer Andreas Wiese warnt jedoch vor der seltenen Favoritenrolle: "Wir müssen dieser Situation gerecht werden und zeigen, dass wir dem Druck standhalten können." Denn, einen kleinen Funken Hoffnung auf den Klassenerhalt will die Eintracht am Leben erhalten. "Wir müssen die nächsten vier Heimspiele gewinnen. Wenn wir gegen Apolda verlieren, haben wir in dieser Liga nichts zu suchen", sagt Wiese und richtet seine Mannschaft auf einen "harten Kampf" ein. "Es wird zur Sache gehen", ist sich der Trainer sicher, dem die körperbetonte 26:32-Hinspielniederlage noch gut in Erinnerung geblieben ist. "Da haben wir als Mannschaft versagt."

Um seine Mannschaft auf die richtige Gegenwehr einzustimmen, hat Wiese den HSV anhand eines Videos eingehend analysiert und vor allem den "wurfgewaltigen Rückraum" als Stärke der Thüringer ausgemacht. "Sie kommen vorzugsweise über Kreuzungen zum Abschluss", hat Wiese beobachtet und daraufhin Martin Sowa bereits auf seine Rolle als Vorgezogener einer 5-1-Deckung vorbereitet. Er soll das Spiel der Thüringer frühstmöglich unterbinden.

Personelle Alternativen gibt es wieder nur wenige. Ronny Krause fällt mit einem Sehnenabriss im Daumen aus, Dominic Langoff hat Grippe. Zudem plagt Matthias Scheller eine Wadenverhärtung. "Er wird aber spielen", so Wiese. Börmel indes muss auf Dominik Althoff und André Jäschke verzichten. "Wir sind aber generell nicht ausgeglichen besetzt", klagt der HSV-Trainer - ein weiteres Indiz für die Favoritenrolle der SG Eintracht Glinde.