Calbe (ttr). Knapp 50 Minuten roch es in der Calbenser Hegersporthalle nach einer Sensation. Bis dahin hatten die Oberliga-Handballerinnen der TSG dem Spitzenreiter aus Oschatz Paroli geboten und ihren Gegner damit ganz schön ins Schwitzen gebracht. "Ich kann es nicht erklären, aber der Biss fehlte uns über weite Strecken", resümierte Gäste-Trainerin Jana Delor. "Erst in den letzten 15 Minuten haben wir das gezeigt, was wir wollten." In dieser Phase, das gestanden auch die Calbenser Fans nach dem Spiel neidlos zu, bewies Aufstiegs-aspirant Oschatz die bessere Spielanlage.

Bis zum 20:20 gelang es den Saalestädterinnen, die Partie ausgeglichen zu halten. Phasenweise bestimmend, zog die Abwehr um Christiane Wilke und Mandy Wenzel dem agilen Rückraum der Gäste den Zahn. Es war eine körperlich harte, aber faire Abwehrleistung mit Torfrau Kathrin Gutsch im Rücken. Stefanie Hüls traf zum 7:5 (16.), was die Sächsinnen jedoch mit zwei Kontern umgehend revidierten. "In so einem Spiel muss einfach alles passen", sagte TSG-Trainer Frank Falke. Ihm gefiel vor allem das Unterbrechen des gegnerischen Spielaufbaus. Angemessen ging es mit dem 12:12 in die Kabinen.

Nach dem Wechsel erzielten die Gastgeberinnen einen weiteren Treffer. Allerdings wirkte das Spiel bereits in dieser Phase steifer. Als Oschatz mit 19:18 (45.) die Führung übernahm, agierten die Gastgeberinnen zu nervös. "Bei einem Gegner, der so wenige Angebote macht, muss man diese nutzen", betonte Falke mit Blick auf die schwächelnde Chancenverwertung und die vermehrten technischen Fehler. Oschatz nahm das dankend an, konterte und kaufte den weiter kämpfenden Calbenserinnen damit endgültig den Schneid ab. "Wir hatten viele gute Ansätze, waren aber nicht variabel genug", erklärte Falke und war schon ein wenig traurig, das Spiel nicht länger offen gestaltet zu haben. So blieb die Sensation aus und der gejagte Tabellenführer nahm erleichtert seine eingeplanten Punkte mit.

TSG Calbe: Gutsch, Bartl - Bily, Hüls (8/3), Musche (5/1), Rust (2), Sauer (3), Sprotte, Sorka (5/1), Wenzel, Wilke

SHV Oschatz: Eichhorn - Heine (5), Liebmann (1), Ludwig (2), Müller, Natzschka (5), Ritter (2), Schneider (11/5), Staffe (5)

Siebenmeter: TSG 7/5, Oschatz 7/5; Zeitstrafen: TSG 3, Oschatz 5