Haldensleben/Seehausen (fna). Zum Glück haben die Handballer der SG Lok Schönebeck nicht lange darüber nachgedacht, was sie da am Freitag bei der SG Seehausen abgeliefert haben. Mit 36 Fehlwürfen, 16 technische Fehlern und Regelfehlern plus Abwehrschnitzern kann man auch beim Vorletzten der Sachsen-Anhalt-Liga nichts holen. Eine Wurfquote von 25 Prozent war viel zu wenig. Zwar haben die Gastgeber ebenso Fehler produziert, aber "wir haben keinen Druck mehr erzeugt, als es eng wurde", erklärte Matthias Schröder, der neue sportliche Leiter. Am Ende musste sich das Team mit 21:29 geschlagen geben. Am Sonntag gastierte Lok beim HSV Haldensleben und gewann mit 30:26 (17:12). "Das war ein Quantensprung im Vergleich zu Freitag", schätzte Schröder ein.

Dieser große Schritt innerhalb von 48 Stunden sah folgendermaßen aus: In der Abwehr wurde solide gearbeitet, so konnte sich Keeper Patrick Tuchen in die Partie kämpfen, hielt später dann einige Freie und war ein sicherer Rückhalt für sein Team. "So sind wir in undisziplinierten Phasen nicht ins Schwimmen geraten." Zudem trumpften Jan Bauer und Denny Schulz auf. "Sie haben ihre Sache gut gemacht."

Der HSV präsentierte sich durchaus gut, zeigte einige Kombinationen, auf die sich die Gäste nur langsam einstellten. Doch nach dem 3:1 für Haldensleben fanden zunächst Guido Weidner und später Mario Seifert zu ihrer starken Form. Nach dem 5:5 erarbeiteten sich die Gäste eine 12:8-Führung und bauten diese zur Halbzeit aus.

Zwar kämpfte der Gastgeber weiter, doch der Vorsprung hatte bis zum Ende Bestand, weil er zu viele Fehler produzierte. "Wir haben uns von zu vielen Kleinigkeiten ablenken lassen", schätzte Trainerin Barbara Hoffmann nach der Partie ein. "Somit haben wir die Konzentration verloren. Hätten alle Spieler ihre Qualitäten abgerufen, dann hätten wir auch gewonnen."

So aber behielt Lok die Oberhand. "Wir wollen die verkorkste Saison noch retten", schaute Schröder nach vorn. "Dazu wollen wir möglichst viele Siege in der Liga einfahren und im Pokal ins Endspiel einziehen." In diesem könnte dann der verletzte Christian Stark wieder mitwirken. "Wir wollen für ihn eine Runde weiter kommen." Dazu muss am Sonnabend um 15 Uhr beim Dessau-Roßlauer HV II gewonnen werden.

HSV Haldensleben: Wichmann, Domann - Marvin Möritz (2), Krüger (4/3), Teßmann (4/1), Schufft, Tysack (8), Hilliger (5), Fister (2), Eichhorst (1), Maxe Möritz, Bauerschäfer

Lok Schönebeck: Tuchen, Schuster - Sternberg (2), Grünig (4), Kazmierowski (1), Schulz (1), Seifert (8), Weidner (12), Rabe (2), Bauer, Papendieck

Siebenmeter: Haldensleben 6/4 - Schönebeck 2/2; Zeitstrafen: Haldensleben 3 - Schönebecker 5