Schönebeck (mnd). Die Handballerinnen der SG Lok Schönebeck drohen aus dem Rhythmus zu kommen. Während sich die Saison dem Ende neigt, nehmen auch die Spielpausen, aber vor allem deren Dauer, zu. Zuletzt waren es drei Wochen, nun hatte der Sachsen-Anhalt-Ligist am vergangenen Wochenende wieder spielfrei. "Die Pausen bekommen uns nicht", gesteht Melanie Krause. Sie betreut derzeit die Mannschaft, die morgen um 16 Uhr beim Weißenfelser HV den Rhythmus wiederfinden muss.

Die letzten Ergebnisse machen nur wenig Mut. Abgestraft bei den Bandits Magdeburg/Barleben, verloren die Schönebeckerinnen auch das Heimspiel gegen TuS Magdeburg-Neustadt. Hinzu kommen diverse Ausfälle, angefangen vom aus gesundheitlichen Gründen verhinderten Trainer Dirk Schedlo über Saskia Kalwatz, die arbeitsbedingt in Österreich weilt zu Nicole Krause, die mit einer schwerwiegenden Erkältung außer Gefecht gesetzt ist. "Das merkt man in den Köpfen und auf dem Feld", sagt Krause, die ebenfalls nicht einsatzfähig ist, zumindest nicht als Spielerin. Ihre Rolle als Interimstrainerin nimmt sie jedoch pflichtbewusst an, bereitet sich intensiv auf die Trainingseinheiten, die sie leitet, vor. "Ich gehe davon aus, dass Dirk diese Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird", sagt sie mit Blick auf ihre neue Rolle in den nächsten Wochen. So bestimmen nicht unbedingt positive Vorzeichen die Vorbereitung auf das Spiel in Weißenfels, doch Krause ist sicher: "Wir sind motiviert".

Zu den Männern der SG Lok Schönebeck ergeben sich unweigerlich Parallelen. Das betrifft jedoch nicht den Rhythmus, sondern vielmehr die Situation auf der Trainerbank. Nach dem Weggang von Volker Musche steht nun Matthias Schröder in der Pflicht, wird als Interimslösung, wie Vereinskollegin Krause, die Geschicke seiner Mannschaft leiten. Diese trifft heute um 16.30 Uhr auswärts auf den Güsener HC.

Am vergangenen Wochen-ende zog die SG Lok durch den Sieg beim Dessau-Roßlauer HV ins Finale des HVSA-Pokals ein. "Dieses Erfolgserlebnis wollen wir mitnehmen", sagt Schröder in Hinblick auf die Partie in Güsen und verbreitet Aufbruchstimmung: "Wir wollen eine kleine Serie starten."

Dafür haben sie unter der Woche intensiv trainiert und auch die personelle Lage entspannt sich rechtzeitig zum Saisonendspurt. Alle Spieler stehen zur Verfügung, lediglich Guido Weidner weilt noch im Urlaub. Schröder selbst will nur im Notfall eingreifen, sieht sich "als zusätzliche Alternative", die jedoch hoffentlich nicht benötigt wird, zumindest nicht auf dem Spielfeld.