Nach dem Abpfiff liefen alle zu Daniel Bertram, der Keeper war schließlich maßgeblich daran beteiligt, dass sich die TSG Calbe eine gute Ausgangsposition im Finale des HVSA-Pokals verschafft hat. Das Team gewann das Hinspiel der beiden Handball-Sachsen-Anhalt-Ligisten bei Lok Schönebeck am Sonnabend vor etwa 500 Zuschauern mit 29:24 (16:9).

Schönebeck. Vor allem war es ein Sieg der Abwehr. In der aggressiven 6-0-Deckung der TSG liefen sich die Schönebecker des Öfteren fest, zudem sorgte sie bereits in den ersten Minuten für zahlreiche Ballgewinne, die René Hulha oder Christian Hübner durch einfache Treffer nach Kontern abschlossen. Das Team erkämpfte sich somit eine 6:1-Führung und zog damit den Gastgebern wohl frühzeitig den Zahn, setzte sie zusätzlich unter Druck.

Die Schönebecker waren auf ruhiges Aufbauspiel bedacht, mussten sie doch Kräfte schonen angesichts der dünnen Spielerdecke. Neben dem Ausfall von Torjäger Falk Hohmann (Entzündung am Ellbogen) waren Guido Weidner und Mario Seifert angeschlagen in die Partie gegangen. Und Weidner, in den vergangenen Spielen immer ein wichtiger Faktor in der Offensive der Lok, fiel relativ früh aufgrund seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe aus (43.). Somit lag die Hauptlast im Angriff auf Mario Seifert, der mit seinen insgesamt zehn Treffern sein Team im Spiel hielt.

Trotz des anfänglich großen Rückstands kämpfte sich Lok in der zweiten Hälfte wieder heran. In einer Phase, als Christian Rabe Verantwortung in der Offensive übernahm und Seifert mit seiner starken Athletik die Freiwürfe über die Abwehr hinweg verwandelte, verkürzte der Gastgeber vom 16:23 zum 20:24. Doch die Ballverluste - neun waren es in Halbzeit zwei - und Daniel Bertram verhinderten eine mögliche Aufholjagd.

Bei der TSG verteilten sich die Treffer auf viele Schultern, auch im Positionsangriff wirkte das Team entschlossener, hatte mit Ron Barby einen sicheren Akteur in seinen Reihen. Ihm wurde es zuweilen leicht gemacht, die Abwehr der Schönebecker trat zu spät oder gar nicht heraus. Das war wohl der entscheidende Unterschied, der am Sonnabend Sieg oder Niederlage bedeutete.

Mit Hilfe seiner konzentrierten Vorderleute in der Abwehr steigerte sich TSG- Keeper Daniel Bertram zu insgesamt 19 Paraden, darunter vier Siebenmeter und drei Freie. "Er war ein starker Rückhalt", hatte Trainer René Linkohr beobachtet, er war unter den Zuschauern.

Eine Vorentscheidung ist dieses Ergebnis noch nicht, da waren sich Linkohr, der sich einen Sieg mit fünf, sechs Zählern Unterschied gewünscht hat, und Schröder einig. "Aber wir müssen realistisch bleiben", relativierte der Lok-Coach. Nun gilt es für sein Team, im Rückspiel am Sonnabend, 30. April, ab 17 Uhr in der Heger-Sporthalle, sich in der Defensive zu steigern, "vor allem schneller zu verschieben und die Lücken zu schließen", und dann mit sechs Zählern Unterschied zu gewinnen oder bei fünf Toren Unterschied 30 oder mehr Treffer zu erzielen. Calbe wird hingegen in eigener Halle alles daran setzen, mit einem Sieg keine Zweifel aufkommen zu lassen, wer den Pokal gewinnt.

Lok Schönebeck: Schuster, Tuchen, Weiss - Rabe (5), Stark (2/1), Seifert (10/1), Grünig (3), Kazmierowski (2/1), Bauer, Papendieck (1), Schulz, Weidner (1), Sternberg, Schröder

TSG Calbe: Bertram, Knörich - Walter (3), B. Rätzel (6/6), Barby (5), Doll, Hulha (5), Roost, N. Rätzel, M. Kralik (3), Fritsche, Hübner (7)

Siebenmeter: Schönebeck 8/3 - Calbe 7/6; Zeitstrafen: Schönebeck 6 - Calbe 6; Rot: Guido Weidner (3x2 Minuten, 42:12) -Lok Schönebeck-

Bilder