Die SG Lok Schönebeck landete am Sonnabend einen Überraschungscoup. Nach der 24:29-Niederlage im Hinspiel des HVSA-Pokals gegen die TSG Calbe hatten die Handballer allenfalls Außenseiterchancen, doch ihnen gelang das schier Unmögliche, sie gewannen im Rückspiel mit 31:26 (11:10) beim Rivalen und sicherten sich aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore den Titel.

Calbe. Zunächst lief es komplett gegen Lok. Eine frühe Zwei-Minuten-Strafe gegen Christian Rabe (5:26 Minuten), eine rote Karte aufgrund eines Fouls gegen Christian Stark (5:55 Minuten) und die 3:1-Führung der TSG. Es sah danach aus, als ob die Gastgeber keinen Zweifel daran aufkommen lassen würden, wer den Pokal am Ende in die Höhe streckte.

Doch Patrick Tuchen schien etwas dagegen zu haben. Der Keeper der Gäste hielt elf Würfe in der ersten Halbzeit, davon drei Freie, und war maßgeblich daran beteiligt, dass sein Team zunächst zum 5:5 ausglich und schließlich mit 9:6 die Führung übernahm. Auch TSG-Keeper Daniel Bertram erwischte einen starken Tag, hielt zwölf Würfe in Hälfte eins und leitete kurz vor der Pause zwei Konter mit langen Pässen ein, weshalb die Gastgeber vom 8:11 noch zum 10:11 verkürzten. Beide Treffer erzielte René Hulha, der auf Spitze der 5-0-1-Deckung nach den Ballgewinnen enteilte.

Auch die zweite Hälfte begann schlecht für Schönebeck, Kreisläufer Stefan Kazmierowski erhielt nach seiner dritten Zeitstrafe die rote Karte. In der Folge war Lok zu passiv in der Defensive, Calbe verteidigte im Eins-gegen-Eins aggressiver und mit mehr Erfolg. Doch der Rückstand blieb zunächst konstant bei drei, vier Zählern. Nach dem 17:21 (46.) vergab erst Sebastian Papendieck die Chance auf fünf Tore Vorsprung, nach dem 22:26 (52.) schließlich verwarf Mario Seifert.

Calbe agierte in der Offensive zunehmend hektischer, schloss entweder zu früh ab oder erarbeitete sich kaum gute Wurfmöglichkeiten. Seifert ließ mit seinem Treffer zum 23:28 (55.) sein Team erstmal jubeln, es glaubte nun fest an seine Chance. Das 23:29 von Guido Weidner verkürzte Hulha noch zum 24:29 (57.). Doch Christian Schuster, der den in dieser Phase glücklosen Tuchen ersetzte, hielt in der Folge stark, die TSG blieb einfallslos - 24:31 (58.).

Es begann eine turbulente Schlussphase. Die Gastgeber gingen zur offenen Manndeckung über. Guido Weidner erhielt eine Zeitstrafe (58:21), er durfte nicht mehr eingreifen. Das hieß: Lok in Unterzahl bis zum Ende. Felix Kralik markierte daraufhin das 25:31 (59.). Dann ein Offensivfoul durch Matthias Schröder. Mathias Walter erzielte das 26:31. Daniel Bertram hielt den Hüftwurf von Mario Seifert. Noch 20 Sekunden zu spielen. Ballbesitz Calbe. Für den Keeper wird Felix Kralik als siebter Feldspieler auf Parkett geschickt. Dabei passiert ein Wechselfehler. Zeitstrafe für Calbe, Einwurf Lok. Der TSG gelingt kein Ballgewinn. Die Gäste spielen die Zeit routiniert herunter, dann bricht der Jubel aus.

TSG Calbe: Bertram, Knörich - Walter (1), B. Rätzel (2/2), Barby (2), Doll, Hulha (6), Roost (3), N. Rätzel, M. Kralik (2), Fritsche, F. Kralik (5), Hübner (5)

Lok Schönebeck: Schuster, Tuchen, Weiss - Rabe (5), Stark, Seifert (16/6), Grünig (1), Kazmierowski (1), Bauer, Papendieck (2), Schulz, Schröder (2), Weidner (4)

Siebenmeter: Calbe 2/2 - Schönebeck 9/6; Zeitstrafen: Calbe 4 - Schönebeck 6; Rot: Christian Stark (5:55 Minuten), Stefan Kazmierowski (3x2 Minuten, 39:40) -beide Lok Schönebeck)