Salzwedel (fna). Der Schönebecker SC hat seine Spitzenposition in der Fußball-Landesliga behauptet. Das Team von Trainer Christian Kehr gewann am Sonnabend beim SV Eintracht Salzwedel vor 124 Zuschauern mit 6:0 (2:0) und hat bei Punktgleichheit mit Verfolger Fortuna Magdeburg immer noch das bessere Torverhältnis, das noch einmal erhöht wurde, Fortuna gewann mit 1:0 gegen Mechau.

"So ein hoher Sieg war vor dem Spiel für uns völlig utopisch", konstatierte der SSC-Coach. "Dass bei der Eintracht einiges im Argen liegt, wussten wir. Das wollten wir natürlich nutzen. Wir haben es souverän heruntergespielt."

Eine Umstellung im System hatte Kehr schon am Freitag angekündigt, er stellte mit Danny Rothe neben Maik Adrian einen zweiten Stürmer auf. "Das Konzept ist sehr gut aufgegangen", freute sich der Coach. Zwar fielen die ersten beiden Treffer durch Marcus Bolze (25.) und Mats Wejsfelt (38.) nach Ecken per Kopf, doch der SSC präsentierte sich stets spielbestimmend. Er hätte durchaus noch erhöhen können, doch Salzwedels Keeper Mario Heinicke verhinderte vor und nach der Pause Schlimmeres für sein personell gebeuteltes Team.

"Die personelle Situation ist schlecht", sagte Eintrachts neuer Trainer Mario Seidel, der mit dieser Partie das Amt von Siegmar Pätzold übernommen hat. Der wollte eigentlich noch bis zum Ende der Saison auf der Bank sitzen, nahm aber nach der 1:2-Niederlage im Derby bei TuS Bismark vor einer Woche vorzeitig seinen Hut, weil ihm das Engagement seiner ehemaligen Schützlinge nicht zum ersten Mal fehlte. Das Bemühen der Spieler war diesmal "durchaus zu erkennen", sagte Seidel nach der Partie gegen den SSC. Jedoch konnten die Ergänzungsspieler, die teilweise aus der Zweiten kamen, nur bedingt mithalten.

Vor allem in der zweiten Hälfte durfte der SSC fast nach Belieben kontern, die Zuordnung der Gastgeber stimmte zu keinem Zeitpunkt. Zunächst erzielte Stephan Schulz mit einem verwandelten Foulelfmeter das 0:3 (58.), dann belohnte sich Maik Adrian mit einem "lupenreinen" Hattrick für seine wie immer sehr engagierte Leistung (61., 70., 90.).

"Wir haben sogar noch ein besseres Ergebnis liegenlassen", schätzte Kehr ein. "Aber wir haben vor den beiden abschließenden Saisonspielen ein Zeichen gesetzt." Der Erfolg "war wichtig für das Selbstvertrauen", bevor am Sonnabend um 15 Uhr der Ortsrivale Schönebecker SV gegenübersteht und es eine Woche später zum VfB Ottersleben geht. Trotz der bisherigen Ergebnisse "dürfen wir den SSV nicht unterschätzen", warnte Kehr.

Eintracht Salzwedel: Heinicke - Müller, Roth, Gebert (70. Diekmann), Koselewski, Schulz, Gagelmann, S. Schmidt, N. Schmidt (70. Radde), Falkenhagen, Komnick

Schönebecker SC: Deumeland - Buchholz, Renger, Bolze (78. Plantikow), Rothe, Palm, Ritzmann, Wejsfelt (80. Braunert), Lindner (72. Duscha), Adrian, Schulz