Das war wohl der größte Erfolg der Saison: Der Sieg im HVSA-Pokal. Der wurde dann auch auf T-Shirts gedruckt, mit denen die Handballer der SG Lok Schönebeck am Sonn-abend nach dem 39:33 (16:16)-Sieg gegen den HV Wernigerode kurz nach dem Abpfiff über das Parkett liefen. Nach dem letzten Spiel in der Sachsen-Anhalt-Liga wurde schließlich mit den Fans gefeiert.

Schönebeck. Es war ein versöhnlicher Abschluss einer Saison, in der sich Spieler und Verantwortliche sicher mehr ausgerechnet hatten. Es war ein Kader, der punktuell verstärkt wurde, aber nicht die notwendige Konstanz zeigte, um in der ausgeglichenen Liga um die Medaillenplätze zu spielen. Gegen Wernigerode, bei dem Matthias Köhler und Bastian Liebscher (wechselt zum Verbandsligisten HT Halberstadt) ihre Abschiedsvorstellungen gaben, stellte das Team aber noch einmal sein Potenzial unter Beweis.

Mit einer gut verschiebenden 6-0-Abwehr, die praktisch keine Lücke auf der Ballseite offenbarte, konnte sich Keeper Patrick Tuchen im Kasten mehrfach auszeichen. Zudem gelangen vor allem in der zweiten Halbzeit mehrere Ballgewinne, die zu einfachen Treffern nach Kontern genutzt wurden. Dabei zeichneten sich unter anderem Christian Stark und Falk Hohmann aus. Und mit dem 32:23-Vorsprung im Rücken kam dann richtig Spielfreude auf. Ein Kempa per Freiwurf auf Linksaußen Christian Stark gehört ohnehin zum Repertoire der Gastgeber, diesen Trick zeigen sie ja fast immer, wenn es gut läuft. Aber ein super Anspiel von Stark auf Kreisläufer Sebastian Papendieck, mit dem kein Gegner gerechnet hatte, das war relativ neu. Papendieck verwandelte auch diesen Versuch - er traf insgesamt sechsmal.

Nur in der ersten Halbzeit hatte Lok einige Schwierigkeiten. Wernigerode, das mit nur zehn Feldspielern angereist war, spielte seine Angriffe lange aus, bis es eine Chance für den Wurf sah. So erarbeitete es sich eine 7:5- und 12:9-Führung. In dieser Phase traf Gerd Uhlmann fünfmal, er wurde schließlich mit zehn Treffern erfolgreichster HVW-Werfer. Lok blieb vor allem dank Mario Seifert im Spiel. Der Rückraumschütze blieb zum einen von der Siebenmeterlinie bei 100 Prozent und zeigte bei den Strafwürfen seine Vielseitigkeit. Zum anderen war er aus der zweiten Reihe kaum zu halten, erzielte zusätzlich zu den sieben verwandelten Siebenmetern noch zehn Feldtore. Schönebeck glich zur Pause aus (16:16) und steigerte sich in der zweiten Hälfte bis zum Neun-Tore-Vorsprung.

Nun wird sich das Team personell verändern. Patrick Tuchen wechselt zum HV Staßfurt, neuer Trainer wird Dirk Heinrichs (Volksstimme berichtete). Zudem verstärken mindestens fünf junge Spieler das Team, mit denen in der kommenden Saison der Wunsch nach der Medaille in Angriff genommen werden soll.

Lok Schönebeck: Schuster, Tuchen, Weiss - Rabe, Stark (4), Seifert (17/7), Hohmann (7), Grünig, Kazmierowski, Papendieck (6), Schulz, Schröder, Weidner (4), Sternberg (1)

HV Wernigerode: Feldmann - Völkel, Uhlmann (10), Hoffmann (3/1), Nierlein (6), Koehler, Ahlsleben (2), Hahn (6), Eicken (2/1), Liebscher (4)

Siebenmeter: Schönebeck 7/7 - Wernigerode 3/2; Zeitstrafen: Schönebeck 3 - Wernigerode 5

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