Calbe l Top, das Versprechen gilt. Christian Hübner hat zwar seit fast einem halben Jahr kein Spiel mehr für die TSG Calbe gemacht, aber am Freitag darf der von Verletzungen geplagte Rückraumspieler der Saalestädter noch einmal ran. „Er wird seine Spielzeit bekommen. Auf jeden Fall“, wie Trainer Andreas Wiese sagt.

Um 19.30 Uhr am Freitag in der Heger-Sporthalle empfängt die TSG im letzten Saisonspiel Aufsteiger Eiche Biederitz. Für Hübner wird es ein ganz spezielles Spiel. Denn es wird sein allerletztes. „Er war all die Jahre Publikumsliebling, hat alle guten und schlechten Zeiten durchlebt mit der TSG Calbe“, so Wiese. Hübner hat nie woanders gespielt. Wiese erwartet also, dass es voll wird. Dass es laut wird. „Da wird es Bambule geben.“ Christian Hübner hört auf mit dem Handball, weil unter anderem die Hüfte und der Ellenbogen einfach nicht mehr mitmachen. „Wir spielen nur noch für ‚Hübi‘“, erzählt Wiese.

Es wird also emotional. Auf alle Fälle. Vor dem Spiel stehen noch Ehrungen für die erfolgreichen Nachwuchs-Handballer der TSG an. Und nach dem Spiel darf sich „Hübi“ dann ganz allein von den treuen Fans verabschieden. Er hofft natürlich, dass das letzte Spiel als Handballer für ihn mit einem Sieg endet.

Gegen Biederitz muss Calbe natürlich noch mal wachsam sein. Das Hinspiel Mitte Januar im Jerichower Land gewann die TSG beim Aufsteiger nur knapp mit 28:27. „Da waren wir mit einer Notbesetzung angetreten“, erinnert sich Wiese. „Wir hatten klar geführt, aber am Ende ist es noch mal eng geworden.“

Die Marschroute ist klar: Diesmal soll ein deutlicherer Sieg her. Aber: Einfach wird das nicht. „Biederitz kann frei aufspielen und hat mit Carlos Swoboda und Sören Große gefährliche Spieler. Das ist ein Team, das viel über den Kreis spielt und das Tempo herausnimmt.“ Also ganz anders spielt als Calbe. Die TSG mit den vielen jungen Spielern drückt auf das Tempo, will den Gegner auseinander ziehen über Tempogegenstöße und Tore über die erste und zweite Welle. „Wir müssen viel über die Außen kommen“, fordert Wiese. Dann kann es etwas werden.

Wiese und Sonntag gute Freunde

Und im Falle des Erfolgs wäre das auch für den Trainer eine kleine augenzwinkernde Genugtuung. Denn Enrico Sonntag, der Trainer der Biederitzer, ist mehr als nur ein guter Bekannter für Andreas Wiese. In Glinde haben die beiden früher zusammengespielt. „Da habe ich ihn dann sogar noch ein Jahr trainier“, wie Wiese erklärt. „Er ist sehr ehrgeizig und steht auf Disziplin.“ Und Calbes Trainer hat in den Duellen an der Seitenlinie noch Handlungsbedarf. Dreimal sind Wiese und Sonntag bisher als Coaches aufeinandergetroffen. Beim Glinder HV Eintracht in der Verbandsliga in der vergangenen Saison kassierte Wiese als Übungsleiter gegen Sonntag und Biederitz zwei Niederlagen.

Mit der TSG Calbe gewann er in der laufenden Saison das Duell in der Sachsen-Anhalt-Liga im Hinspiel. „Es steht also nur noch 2:1“, so Wiese schelmisch lachend. Heute soll der Ausgleich her. „Wir sind Freunde. Aber für 60 Minuten ist diese Freundschaft auf Eis gelegt.“

Und der ganz persönliche Ausgleich für Wiese wäre dann ja auch für Christian Hübner ein schönes Abschiedsgeschenk. Einmal noch ist die Heger-Sporthalle gefragt in der Saison 2016/2017. „Ich hoffe, dass es krachend voll wird“, sagt Wiese. Nicht nur Christian Hübner hätte das verdient.