Die Handballerinnen des HC Salzland 06 können wieder lachen - die sieglose Serie von vier unglücklichen Pleiten in der 3. Liga ist beendet. Die Sieben von Trainer Nils Lässing setzte sich gegen die TSG Wismar mit 23:16 (12:9) durch, nicht zuletzt durch zwölf Treffer von Stephanie Jäger und zahlreichen Paraden von Josephine Klauß.

Staßfurt l "Das wurde auch höchste Zeit", meinte Lässing am Ende erleichtert. Victoria Göpel war es, die in der ersten Minute den Führungstreffer erzielte - per Siebenmeter, den sie selber heraus holte. Göpel feierte nach neunmonatiger Verletzungspause gegen Wismar ihr Comeback. Doch der Beginn verlief ausgeglichen. Nach einer Viertelstunde hatten beide Teams sieben Treffer auf dem Konto. Aber danach legte der Gastgeber eine Schippe drauf und erhöhte bis zum Pausenpfiff zum 12:9.

Es zeigte sich bereits früh, dass die Salzland-Defensive der Wismar-Offensive überlegen war. Mehrfach unterband die Deckung Angriffe der Gäste oder fing Pässe ab - mehrfach führte dies zu schnellen Gegenangriffen. Unkonzentriertheiten, zuletzt immer wieder ein Problem, blieben Mangelware. Brannte in der Deckung doch mal etwas an, war die bestens aufgelegte Josephine Klaußzwischen den Pfosten hellwach. "Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart funktionierte sehr gut", lobte Lässing.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es keine 30 Sekunden, bis Yvonne Sachse zeigte, dass die Salzland-Frauen konzentriert aus der Kabine kamen. Sie erhöhte nach einem starken Anspiel vom Kreis auf Rechtsaußen zum 13:9. Die Vorentscheidung brachte der Siebenmeter von Jäger zum 17:12 in der 45. Minute. Fortan spielte nur noch der HCS, die Zuschauer dankten es mit einer guten Stimmung. Jeder Treffer wurde nun gefeiert. Am Ende funktionierte nahezu alles. Die Deckung war bärenstark und die Offensive brandgefährlich. Am Ende stand für die Gastgebern ein verdienter 23:16-Erfolg im Protokoll.

"Nach der ersten Halbzeit wusste ich, dass wir gewinnen, wenn die Deckung weiter so stark bleibt", erklärte Lässing. Auch die Offensive war über 60 Minuten konzentriert. Mit einem sicheren Vorsprung im Rücken funktionierte das Angriffsspiel in der Mitte der zweiten Hälfte sogar in Unterzahl. Das Glück war dem HC Salzland 06 endlich wieder hold. So fanden beispielsweise zwei Siebenmeter noch ihr Ziel, obwohl Wismars Torhüterin Justine Steiner dran war. "In den entscheidenden Situationen, in denen wir zuletzt Pech hatten, stand uns diesmal das Glück zur Seite", so Lässing. "Mit so einer Leistung werden wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Wir haben gezeigt, dass wir mit einer guten Deckung solche Spiele gewinnen."

Sichtlich bedient war nach der Partie Wismars Coach Ronald Frank. "Den Unterschied machte schon der Einmarsch in die Halle. Wir haben uns von der Atmosphäre völlig einschüchtern lassen und zu keiner Zeit zu unserem Spiel gefunden. Die linke Seite war ein Totalausfall. Das Kreisspiel hat der Gegner ausgeschaltet. Ich muss mit meinem Team hart ins Gericht gehen."

HC Salzland 06: Lorf, Klauß - Schwarz (1), Rosiak (2), Retting, Jäger (12/3), Farken, Knappe (1), Sachse (3), Göpel (1/1), Sacher, Häußler (1), Böhm (1/1), Schüler (1)

TSG Wismar: Steiner, Praetzel - Weng, Brinkies, Tegler (1), Wurlitzer, Kollecker (1), Yermachek (5/5), Blum (1), Dürl (1), Pinkohs, Wolter (7), Topp

Siebenmeter: HCS 5/5 - Wismar 5/5; Zeitstrafen: HCS 2 - Wismar 4

Bilder