Germania Bornes Handballer landeten einen "Bigpoint" in der Sachsen-Anhalt-Liga. Sie setzten sich mit 28:24 (16:13) gegen den Dessau/Roßlauer HV durch. Eine große Aktie an diesem Erfolg hatte Schlussmann Christian Kowalski, der mit zahlreichen Paraden den Gästen das Leben schwer machte.

Borne l "Christian hat stark gehalten", lobte Andreas Lampe aus dem Trainergespann mit Sven Klipstein. Zum Ende des ersten Durchgangs kam er für Bastian Krautwald zwischen die Pfosten. Seine Paraden waren ausschlaggebend dafür, dass die Germania mit einer Drei-Tore-Führung in die Pause ging.

Die ersten zehn Minuten verliefen zunächst ausgeglichen (6:5). Krautwald hielt in dieser Phase die Führung fest, als er einen freien Konter stoppte. Dann übernahmen die Gastgeber allmählich das Geschehen. In der 17. Minute sorgte Falk Hohmann mit einem seiner wuchtigen Angriffe für die zwischenzeitliche 11:7-Führung. Sebastian Scholz nahm indes Dessaus Daniel Schmidt aus der Partie. Die Maßnahme ging auf.

Borne hatte das spielerische Übergewicht, den Gästen blieb da nur das beherzte Zupacken, um die Angriffe zu stoppen. Dies bekam einmal mehr vor allem Falk Hohmann zu spüren. Ein Stück seines Ärmels wurde abgerissen, sorgte für eine kurze Unterbrechung. "Uns geht so langsam die Spielbekleidung aus", stellte Lampe fest. Es war nicht das erste Mal, dass ein Trikot dran glauben musste.

Doch die Germanen ließen sich davon nicht beeindrucken. Mit einer soliden Abwehrarbeit und einer geduldigen Offensive ging es der Pause entgegen. Mit aller Ruhe sollte der Pausenpfiff abgewartet werden. Doch ein unnötiger Ballverlust durchkreuzte die Borner Pläne. Dessau netzte den folgenden Konter zum 13:16-Halbzeitstand ein - da war auch Kowalski machtlos.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs bewies Steffen Halfpap hervorragende Übersicht am Kreis und setzte Jörg Friedrich auf Rechtsaußen gekonnt in Szene, der zum 17:14 traf. Insgesamt markierte Friedrich acht Treffer, war damit erfolgreichster Werfer. Halfpap traf sechsmal, Ronny Schafflik einmal. Das sind zusammen 15 Treffer von Akteuren, die jüngst Sperren absaßen und schmerzlich vermisst wurden. Vor allem Halfpaps ansatzlose Würfe ließen an seinen hervorragenden Saisonauftakt erinnern.

Nach 45 Minuten führte Borne mit 23:19. Doch dann setzten bei den Gastgebern nachlässige Minuten ein, der Vorsprung schmolz auf zwei Tore (52.). Lampe und Klippstein zogen die Reißleine in Form der grünen Karte - Auszeit. "Wir haben drei oder vier Würfe genommen und dem gegnerischen Torwart leichtes Spiel geboten. Dadurch haben wir unseren Vorsprung eingebüßt. Es wurde brenzlig", wusste Lampe.

Doch Jörg Friedrich beendete mit aller Wucht die zwischenzeitliche Torflaute. Zwei weitere Treffer der Gastgeber sorgten schließlich für den 28:24-Endstand.

"Wir mussten auch mal wieder zwei Punkte holen", erklärte ein sichtlich erleichterter Andreas Lampe. "Die nächsten Partien werden schwierig genug." Die "brenzlige" Phase zum Ende des Vergleichs hinterließ nur einen kleinen bleibenden Eindruck. "Das waren leichte Unstimmigkeiten im Kombinationsspiel." Angesichts der Tabellenkonstellation war es mehr als ein Zwei-Punkte-Spiel. "Die Zähler waren bitter nötig." Zwar ist der Abstand nach vorn geringer als der nach hinten, doch die Ergebnisse der SAL machen deutlich, dass "es eng zugeht". Umso wichtiger waren die beiden Punkte.

Germania Borne: Krautwald, Kowalski - Schulke (1), Wartmann (4), Schafflik (1), Jens Friedrich, Hohmann (6), Jörg Friedrich (8), Prosowski (1), Scholz (1), Halfpap (6)

Siebenmeter: Borne 3/3 - Dessau/Roßlau 3/4; Zeitstrafen: Borne 3 - Dessau/Roßlau 1