Staßfurt (chj) l "Wer nicht begriffen hat, worum es morgen geht, ist fehl am Platz." Nils Lässing, Trainer des HC Salzland 06, spricht Tacheles vor dem morgigen Heimspiel gegen den Rostocker HC, das um 16 Uhr in der Staßfurter Paul-Merkewitz-Halle ausgetragen wird. Der HCS steht mit dem Rücken zur Wand und droht, im Niemandsland der 3. Handball-Liga zu versinken.

Bei der 19:23-Niederlage in Schwerin, präsentierte sich vor allem die Offensive kopflos. Dies wurde unter der Woche ausgewertet. "Wir haben uns kritisch darüber unterhalten, dass keiner Verantwortung übernommen hat. In so einer Situation sind die erfahrenen, routinierten Spieler gefragt."

Da scheint es dem HCS gelegen zu kommen, dass die Gäste als Vorletzter anreisen. Doch Leichtsinn sei nicht angebracht. "Wir nehmen das Spiel sehr ernst. Es wird definitiv kein Selbstläufer gegen die Rostocker", warnt Lässing. Der RHC steht schlechter da, als die Resultate aussagen. "Auch gegen Teams von oben hat er nur knapp verloren." Der Trainer brachte die Stärken der Gäste mit wenigen Worten auf den Punkt: "Kampf und Disziplin."

Lässing muss auf Marie Knappe und Torfrau Annika Lorf verzichten, sodass auf dieser Position wahrscheinlich aus der Reserve aufgestockt wird. Auch die Rostocker müssen Ausfälle verkraften. Trainerin Ute Lemmel verriet, dass Torhüterin Annelie Freitag sowie Lena Schmidt und Victoria Schlegel fehlen werden. Angesichts des Ausfalls von Schlegel zeigt sich Lässing fair: "Dass sie fehlt, ist schade. Rostock kann sie nicht gleichwertig ersetzen." Schlegel ist mit 105 Treffern Rostocks beste Werferin.

"Es wird schwer", weiß Rostocks Trainerin. "Aber wir reisen nicht an, um die Punkte kampflos abzugeben. Zuletzt haben wir immer wieder große Moral bewiesen. Aber wir starten als Außenseiter und haben nichts zu verlieren." Lemmel hofft, auf Augenhöhe agieren zu können. "Wenn wir lange dran bleiben, endet das Aufeinandertreffen vielleicht glücklicher als das Hinspiel." Selbiges entschied der HCS mit 28:26 knapp für sich.