Gänsefurth (nrc) l 65 Reiter, 127 Pferde und 287 Startplätze - über diese hohe Beteiligung konnte sich der Reitverein Team Gänsefurth, Veranstalter des 11. Gänsefurther Dressurturniers freuen. Noch besser: Das Starterfeld glänzte sogar mit internationaler Beteiligung, denn neben Reitern aus ganz Deutschland gab es auch Teilnehmer aus Finnland, den Niederlanden, Schweden und Portugal. Mitten drin im ganzen Trubel: Karl-Heinz Faust, der die Gastgeber in zwei Prüfungen würdig vertrat.

Der 62-Jährige trat allerdings nicht an, um die begehrten Preise zu holen. "In meinem Alter reitet man nur noch für den Spaß", scherzte Faust. Dabei kann der Bauunternehmer auf eine 55-jährige Reitervergangenheit zurückblicken. Angefangen hatte alles in Westeregeln, beim dortigen Reit-und Fahrverein. "Wenn man als Kind in einer ländlichen Umgebung aufwächst, kommt man früher oder später zum Reitsport", so Faust. Seitdem hat er an rund 200 Turnieren teilgenommen und erzielte 60 Siege und vordere Plätze.

Seit 15 Jahren reitet Faust für Gänsefurth. Beim 11. Dresurturnier trat er mit seinem Schützling "Brentanos Boy" an. "Ich habe ihn aus dem Hannoveraner Zuchtgebiet gekauft", erklärte Faust. Der 17-jährige Hengst hat Faust schon auf vielen Turnieren begleitet. "Allerdings ist er gesundheitlich nicht 100-prozentig fit und kann daher sein Training nicht regulär absolvieren", erklärte der 62-Jährige.

Dennoch absolvierten Pferd und Reiter die Prüfung in der Klasse M zu ihrer vollsten Zufriedenheit. Auch wenn keine vordere Platzierung gelang, "hat sich `Brentanos Boy` sehr ruhig verhalten und ließ sich gut führen. Es hat Spaß gemacht." Den ersten Platz und damit auch eine Gledprämie von 110 Euro, gesponsert vom Gestüt Kempke Hof, gewann Roland Lüders mit "Santorini 11". Lüders trat für dieses Gestüt an.

Über drei Tage wurde das Dressurturnier ausgetragen. Martina Nettekoven, die den Reiterhof und die Pension "Nettekoven" leitet, war ebenfalls sehr zufrieden mit dem Turnierverlauf. "Die Resonanz war bisher immer sehr positiv, weil eine ruhige und gemütliche Atmosphäre herrscht." Geschaffen wurde diese unter anderem durch eine zweite Reiterhalle, in der die Teilnehmer ihre Pferde abreiten können. Zudem konnten die Zuschauer das Geschehen des Turniers bei Kaffee und einer warmen Mahlzeit direkt aus der Gaststätte der Pension heraus verfolgen, da diese direkt an die Turnierhalle grenzt.

"Man merkt, dass dieses Turnier von Profis organisiert wird", sagte auch Annett Schwarzer, die ebenfalls Reiterin ist und aus der Altmark anreiste. "Ich bin jetzt zum zweiten Mal hier und kann nur sagen, dass die Organisation wirklich sehr gut gelingt."

In diesem Turnier wurden die Prüfungen in der Dressur Klasse M und S, als mittel und schwer, abgenommen. Zudem fand in der Klasse S noch der "Prix St. Georges" statt. In jeder Klasse gab es neben Sachpreisen, wie Zubehör für den Stallbetrieb, auch Gledpreise zu gewinnen. "Ein Viertel der Teilnehmer erhält einen solchen Preis", erklärte Nettekoven. Die Prämien werden von verschiedenen Firmen oder Gestüten gesponsert. Um einen solchen Preis zu gewinnen, müssen Reiter und Ross nicht nur eine vorgegebene Kür fehlerfrei absolvieren, sondern die Richter auch von guter Zusammenarbeit überzeugen.

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