Leichtathletik l Bad Köstritz (fna) Jessica Graf hat die Leichtigkeit wiedergefunden. Vergessen ist das Jahr mit langwierigen Verletzungen, angehakt sind Leistungen unterhalb des anrufbaren Vermögens. Beim 85. Werfersportfest des LAV Bad Köstritz sicherte sich die Egelnerin im Dress des Mitteldeutschen Sportclubs sowohl im Kugelstoßen als auch im Speerwerfen eine neue Bestweite - und das komplett ohne Training.

"Derzeit konzentriere ich mich in den Einheiten auf den Stabhochsprung", erklärte die 19-Jährige. Dies war sicherlich der Hauptgrund, dass sie "einfach locker in die Wettbewerbe" gegangen ist. "Ich habe mir keinen Kopf gemacht und mir keinen Druck auferlegt." Zudem wurde in den vergangenen Wochen das Athletik- und Krafttraining intensiviert. Mit der Kugel ging es so erstmals über die Zehn-Meter-Marke, am Ende landete das Wurfgerät bei 10,21 Metern. Das tolle Gefühl wurde im Speer bestätigt, 29,54 Meter bedeuteten neue Bestleistung. Und auch der 100-Meter-Sprint hinterließ eine Menge Grund zur Freude, die 13,40 Sekunden wurden "technisch gut" absolviert, die anschließende Videoanalyse verdeutlichte aber auch das Fehlen der Spritzigkeit.

Daran soll in Vorbereitung auf den ersten Stabhochsprung-Wettbewerb unter freiem Himmel am 1. Mai in Garbsen nun verstärkt gearbeitet werden, bereits am kommenden Sonnabend wird sie bei der Bahneröffnung in Magdeburg erneut einen "Testlauf" über die 100 Meter absolvieren, wenngleich in dieser Saison der Stabhochsprung im Vordergrund steht. "Ich möchte den Mehrkampf nebenbei aber nicht aus den Augen verlieren." Ja, sie hat die Leichtigkeit wiedergefunden.