Es gibt wahrlich eine Vielzahl an schönen Arten von Regen - etwa ein erfrischender Sommerregen oder ein warmer Geldregen. Doch wenn es beim Handball Zeitstrafen regnet, gibt es keinerlei Grund zur Freude. Dies bekam auch der SV Germania Borne gegen die HSG Wolfen in der Sachsen-Anhalt-Liga zu spüren, der am Ende knapp mit 26:27 (10:15) unterlag.

Staßfurt l "Die immens vielen Zwei-Minuten-Strafen haben uns das Genick gebrochen", wusste Andreas Lampe aus dem Trainergespann mit Sven Klippstein. Doch daran war nicht etwa nur die Leistung des Schiedsrichtergespanns schuld. Die Germania zeigte Nerven und hatte die Emotionen nicht im Griff, was sich in Meckern entlud.

Die vielen Zeitstrafen führten dazu, dass der sonst eher ruhige Lampe seine Bank regelrecht anbrüllte, da diese nicht an sich hielt. Nachdem die Unparteiischen gleich drei Borner der Platte verwiesen, standen mit Sebastian Scholz, Christian Fink und Stefan Süßig wenige Minuten vor dem Ende nur noch drei Feldspieler auf der Platte - in einer Phase, in der es sicherlich mehr Spieler benötigt hätte, da eine starke Aufholjagd seiner Krönung entgegenging. Trotz dreifacher Unterzahl bekamen die Zuschauer Sehenswertes geboten: Scholz passte vom Kreis in den eingesprungenen Fink, der aus dem Flug heraus Scholz in dessen Flug bediente, der wiederum den Ball in den Kasten beförderte. Ein sehenswerter Kempa-Trick in dreifacher Unterzahl - die Halle bebte. "Wunderschön", schwärmte auch Lampe. Doch am Ende wurde die Aufholjagd nicht belohnt, es fehlte ein einziger Treffer.

Die Gründe dafür sind, neben neun Zeitstrafen und einer glatten Roten im zweiten Durchgang, vor allem in den ersten 30 Minuten zu suchen. Neben zahlreichen Latten- oder Pfostentreffern, die eine bessere Torausbeute verhinderten, war es vor allem die Borner Defensive, die den Wolfenern zu viel gestattete. Germanias Coach haderte, dass "der Gegner mit einfachem Kreuzen Lücken in unsere Deckung reißen konnte". Die Fünf-Tore-Führung der HSG zu Pause war verdient.

In der Kabine schien Einiges passiert zu sein, denn die Gastgeber kamen wie ausgewechselt zurück, verkürzten kontinuierlich und ließen die Fans hoffen. Aktionen wie Christian Kowalskis parierter Siebenmeter gleich zu Beginn oder Falk Hohmanns Doppelschlag machten Mut, gaben Schwung. Doch beide waren es später auch, die zur ständigen Unterzahl beitrugen. Der Torhüter kassierte zwei Minuten, war darüber außer sich und kassierte weitere zwei. Hohmann sah kurz darauf nach zu hartem Einsteigen die Rote - hinzu kamen viele weitere Zeitstrafen, die am Ende den guten Lauf stoppten.

"Insgesamt waren wir sechs Minuten wegen Meckerns in Unterzahl, das darf nicht passieren", ärgerte sich der Trainer. "Die vielen Zeitstrafen haben uns immer wieder zurückgeworfen." Einer der leidtragenden war Stefan Süßig, der mangels Ersatz durchspielen musste. "Er hat seine Sache gut gelöst, auch wenn er zum Schluss konditionell am Ende war." Außerdem feierte Fink nach langer Verletzungspause ein gelungenes Comeback. Am Einsatz - zumindest von denjenigen, die nicht permanent für zwei Minuten draußen saßen - war nichts auszusetzen. "Gekämpft haben die Jungs, da kann ich nicht meckern", lobte Lampe, der unterm Strich aber von "zwei vergebenen Punkten" sprach.

Germania Borne: Krautwald, Kowalski - Schulke (3), Scholz (5), Wartmann (6), Hohmann (5), Prosowski, Schafflik, Jens Friedrich, Halfpap, Süßig (4), Fink, Hagemayer, Neugebauer

Siebenmeter: Borne 5/4 - Wolfen 5/3; Zeitstrafen: Borne 9 - Wolfen 4; Rot: Jens Friedrich (3x2 Minuten, 54. Minute), Falk Hohmann (Foulspiel, 56. Minute) -Borne-