Köthen (chj) l Der B-Jugend des HV Rot-Weiss Staßfurt hätte gegen die HG 85 Köthen bereits ein Unentschieden gereicht, um die Saison der Sachsen-Anhalt-Liga auf dem dritten Platz zu beenden. Doch das Team wollte von Anfang an auf Sieg spielen. Das gelang der Sieben von Steffen Panzer auch eindrucksvoll, denn sie überrollte die Gastgeber und setzte sich mit 28:10 (15:6) durch.

"Mit einem Sieg in dieser Höhe habe ich nicht gerechnet", gestand Panzer. "Die Leistung von Köthen grenzte fast an Arbeitsverweigerung." Hätten die Staßfurter dies im Vorfeld gewusst, hätten sie es durchaus ruhiger angehen lassen können. So aber herrschte Druck. "Wir hatten Platz drei selbst in der Hand, die Anspannung war entsprechend zu merken. Einige Spieler waren etwas in sich gekehrt. Auch ich habe mir schon einige Tage lang den Kopf zerbrochen", erklärte der Trainer.

Doch dann kam alles anders. Köthen ging mit einer defensiven 6-0-Deckung vor, was den Gästen in die Karten spielte. "Die gegnerische Defensive war sehr unbeweglich und wir waren spielerisch überlegen." In der eigenen Deckung entpuppte sich die aggressive 5-1-Variante als zielführend. "So haben wir Köthen zu Würfen auß großer Entfernung gezwungen, die selten durchkamen. Fand doch ein Abschluss den Weg auf das Tor, haben Erik und Pascal Stein ihn pariert", lobte Panzer. So kam die HGK 85 lediglich zu sechs Treffern im ersten Durchgang - im zweiten sogar nur zu vier. "Wir haben den Gegner mit unserer Defensive beeindruckt."

Spätestens zur Pause war der aufgebaute Druck komplett verflogen. So lautete die einzige Zielstellung, nicht nachzulassen. "Ich musste aber gar nicht viel sagen. Meine Spieler haben sich selbst heiß gemacht." Auch zahlreiche Wechsel im zweiten Durchgang taten der Staßfurter Überlegenheit keinen Abbruch. Eine Partie auf Augenhöhe war es nur beim Anwurf und dem zwischenzeitlichen 1:1. Lediglich ein Köthener fiel Panzer positiv auf. "Der Torhüter war gut. Ohne ihn hätten wir weit über 35 Treffer erzielt." Die weiteren Gastgeber ließen den HVS schalten und walten und krempelten zu keinem Zeitpunkt die Ärmel hoch. Ausdruck dafür war eine einzige Gelbe Karte.

So spielten die Rot-Weissen ihre Überlegenheit aus. "Wir haben das mit Bravour gemeistert. Entsprechend groß war der Jubel auf der Platte nach Abpfiff. Die Jungs haben sich Platz drei verdient, da sie bis zum Schluss die Konzentration aufrecht hielten", lobte Panzer, der anschließend nicht um eine kalte Dusche umhin kam.

HV Staßfurt: Erik Stein, Pascal Stein - Kevin Tacke, Tobias Lerch, Steve Ilgenstein (11/2), Janik Starosta (8), Paul Hoffmann, Toni Fanselow (5/1), Julian Nüssel, Maximilian Görk (1), Tobias Kunkel (2), Moritz Wilke (1), Fabian Mertens, Philipp Langewald

Siebenmeter: Köthen 0 - Staßfurt 3/4; Zeitstrafen: Köthen 0 - Staßfurt 2