Staßfurt (chj) l Beim letzten Heimspiel gegen Altlandsberg wurde sie feierlich von Mannschaft und Fans verabschiedet und im letzten Spiel gegen Frankfurt trug sie sich noch einmal als beste Werferin in das Protokoll ein. Laut Trainer Nils Lässing ist sie eine Spielerin, die sich immer voll reinhängte und stets versuchte, 120 Prozent zu geben: Maria Häußler. Die 26-Jährige verlässt den HC Salzland 06.

Wenngleich die Trennung vom Verein ausging, da Häußler einfach zu selten am Training teilnehmen konnte, war es eine Trennung im Guten. Denn die in Leipzig wohnende Rückraumakteurin hatte ein Einsehen, dass ein Abschied für beide Parteien das beste sei. "Arbeit und Sport waren einfach nicht zu vereinen. Es war zu viel Stress und Gehetze", erklärt die Sachbearbeiterin. Neben vielen verpassten Trainingseinheiten warfen sie Verletzungen mehrfach zurück. So bereitete Häußler erst der Mittelfinger Probleme, dann reihte sich ein schmerzender Ellenbogen ein. Das führte dazu, dass sie einige Spiele nicht eingesetzt wurde. Außerdem merkte die 26-Jährige, dass sie sich dadurch während dieser Saison nicht weiterentwickeln konnte. Zu groß sei der Trainingsrückstand gewesen.

Die Spielerinnen des HC Salzland verlieren nun nicht nur ihre wurfgewaltigste Rückraumakteurin, sie verlieren auch eine Freundin. Doch es dauerte ein wenig, bis Häußler richtig ankam. "Ich bin nicht der Typ, der in die Mannschaft kommt und sagt `Hallo, hier bin ich!`. Bei mir dauert das etwas länger. Aber zum Ende bin ich definitiv angekommen", blickt die Leipzigerin zurück. Dabei behält sie die "Wildgänse" in guter Erinnerung. "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Der HCS ist eine mega-tolle Mannschaft. In ihr stecken viele starke Persönlichkeiten. Ich habe selten einen solchen Zusammenhalt erlebt. Die Spielerinnen unternehmen auch neben dem Sport sehr viel zusammen und sind fast immer gut drauf. Gezicke gab es nie - und das ist bei Frauenmannschaften nicht immer der Fall", berichtet Häußler mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Die 26-Jährige will nun erstmal Abstand vom Handball nehmen. "Ich möchte ein Jahr Pause einlegen und werde dann sehen, ob mir der Sport fehlt. Und jünger werde ich auch nicht." Ganz abgeschlossen hat sie mit dem HCS aber noch nicht. "Ich werde den Werdegang weiter verfolgen und mir das ein oder andere Spiel anschauen. Ich wünsche der Mannschaft viel Erfolg."