Langeweile ließen die Fußballer des SV Förderstedt in der Landes-liga nicht aufkommen. Als Aufsteiger sorgten sie für viele Spektakel, allerdings für positive wie auch negative. Die größte Konstante war die Inkonstanz. Dennoch zieht Trainer Lothar Lampe ein positives Fazit aus der Saison 2013/14.

Förderstedt l Als Liganeuling lautete das ausgegebene Ziel Klassenerhalt. Doch relativ früh zeigte sich, dass in der Mannschaft mehr Potenzial steckt und die Ziele besser korrigiert werden sollten. Also wurde ein einstelliger Tabellenplatz gefordert. "Dieser ist uns leider nicht gelungen", sagte Lampe. Unzufrieden sei in Förderstedt aber trotzdem niemand.

Einen Grund zur Korrektur des Saisonziels boten allein die ersten drei Spieltage. Mit einer maximalen Punktausbeute von neun Zählern eroberte der SVF die Tabellenspitze. Die Freude war groß, damit hatte niemand gerechnet. Gleich in der ersten Partie schlug der Aufsteiger die TSG Calbe. "Wir waren noch unbekannt in der Liga. Außerdem waren viele Mannschaften noch im Aufbau und entsprechend noch nicht gefestigt", blickte Lampe zurück.

Die schwache Abwehr ist das große Manko

Doch der Höhenflug fand ein jähes Ende: Auf die drei Siege folgte eine Talfahrt von drei Niederlagen mit insgesamt 15 Gegentreffern. Den traurigen Höhepunkt stellte dabei das peinliche 2:8 gegen Ottersleben dar. Dem Förderstedter Coach spukt diese Partie noch immer im Kopf herum. "Das war eine Katastrophe. Was wir gezeigt haben, hatte wenig mit Fußball zu tun. Wir haben damals eine Menge Lehrgeld gezahlt."

Besagtes Lehrgeld dürfte vor allem eine Erkenntnis gewesen sein. Die Erkenntnis darüber, dass die Defensive die große Schwachstelle war. Auch wenn der SVF nach drei Niederlagen wieder punkten konnte, setzte eine große Inkonstanz ein. Fünfmal wechselten sich Sieg und Niederlage ab, dabei kassierte man stets sehr viele Treffer. Den Grund für die schwächelnde Defensive sah Lampe vor allem im Personal. "Wir mussten ständig mit einer anderen Mannschaft auflaufen." Insbesondere die Abwehrreihe wurde immer wieder neu besetzt, weil viele Ausfälle keine Routine aufkommen ließen. "Das waren einfach zu viele Gegentore, damit kann ich nicht zufrieden sein", haderte der Coach.

Doch er stellte auch klar, dass die Personalie hinter der Abwehr an den Gegentreffern keine Schuld hatte: Maik Binnebößel. Der Keeper war der wohl konstanteste Förderstedter, auch wenn nur nach drei Partien die Null stand. "An Maik hat es definitiv nicht gelegen."

Maik Adrian verlässt den SV Förderstedt

Bei aller Unzufriedenheit mit der Defensive war der Trainer immerhin mit der Offensivabteilung zufrieden. Den 72 Gegentoren standen 53 erzielte Treffer gegenüber. Vor allem drei Spieler belebten den Angriff. Marcus Janich, Marcus Bolze und Maik Adrian. "Marcus hatte zwar seine Höhen und Tiefen, aber wenn er körperlich fit war, zählte er zu unseren Besten", lobte sein Trainer. Bolze und Adrian hingegen fehlten häufig, da sie von Verletzungen verfolgt waren. Beide glänzten vor allem mit eiskalten Abschlüssen und ihrer Kopfballstärke. Interner Torschützenkönig wurde allerdings ein anderer: Lucas Dübecke erzielte zwölf Treffer. Auf ihn dürfte es in der kommenden Saison vermehrt ankommen, da Adrian den SVF in Richtung TSG Calbe verlässt. "Es geht im Guten auseinander", so Lampe.

Holprige Rückrunde mit versöhnlichem Ende

Nach einer zufriedenstellenden Hinrunde, die durch die schwankende Defensive und die gute Offensive bestimmt wurde, begann die Rückserie mit einer Durststrecke. Nach sechs Partien standen lediglich zwei Punkte zu Buche und Förderstedt verlor an Boden in der Tabelle. Erneut war das ständig wechselnde Personal ein erschwerendes Übel. Doch der SVF fing sich wieder und wurde schließlich Zehnter.

 

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