Während Spanien bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien nichts zu lachen hatte, triumphierte das Land bei der 5. Mini-WM in Aschersleben dank der E-Jugend des SV 09 Staßfurt. 16 Teams kämpften um die begehrte Trophäe.

Aschersleben (hla/chj) l Spanien hat damit den Titel erfolgreich verteidigt, doch in einer anderen Besetzung. Denn 2010 wurden die Iberer von Schwarz-Gelb Bernburg dargestellt, bei der 5. Auflage war es der SV 09. Damit haben die von Thomas Kaufmann trainierte E-Junioren alle vier im Spieljahr zu vergebenden Titel gewonnen und sind damit das Maß aller Dinge im Salzlandkreis.

Bereits die Vorrunde hielt einige Überraschungen parat. Im Negativen war dies das frühe Ausscheiden von der TSG Calbe, die jedoch personell gebeutelt anreiste. Dafür sorgte der SC Seeland mit seiner erfrischenden Spielweise für viele optische Akzente.

Brasilianische Pünktlichkeit auch bei der Mini-WM

In den K.o.-Spielen ging es mit viel Spannung weiter. Gleich sechs Mal musste ein Sieger per Entscheidungsschießen ermittelt werden. Dies war auch einer der Gründe dafür, dass das Finale 70 Minuten später begann als geplant. Dies kam dem WM-Gastgeber Brasilien mehr als nahe, denn "Pünktlichkeit ist ein weiter Begriff", scherzte Sprecher Frank Krella. Er war erst am Vortag nach drei Wochen in Brasilien wieder in Bernburg eingetroffen und wusste, wovon er sprach.

Alle Mannschaften waren bis zum Turnierende mit kämpferischen Herzen stets um beste Leistungen bemüht und gaben selbst im Spiel um Platz 15 und 16 ihr Bestes. Dazu trug sicherlich auch das Fairplay von Spielern, Trainern und Zuschauern bei. Auf ihre Fankulisse konnte sich jede Mannschaft bis zur Siegerehrung verlassen. Auch dies floss mit in die Wahl der besten Länderdarstellung ein. Erfreulich war auch, dass die Schiedsrichter, trotz ihres Mammutprogramms von 48 Partien, wenig Mühen hatten und alles reibungslos verlief.

Frankreich (Schönebecker SC) drehte den Spieß gegen Deutschland (Bernburg II) im Vergleich zur echten Partie am vergangenen Freitag um und packte den Sprung ins Halbfinale, scheiterte dort aber an der zweiten Mannschaft des Gastgebers. Der SSC lieferte insgesamt eine starke Turnierleistung ab und gewann letztlich das kleine Finale gegen Blau-Weiß Könnern (Griechenland).

Engländer bezwingen Deutsche vom Punkt

Ein richtiges Drama spielte sich beim Entscheidungsschießen um Platz fünf ab. Erst nach je sieben Schützen stand Sankt Georg Hecklingen (England) als Sieger über Bernburg II (Deutschland) fest. Dies griff Krella bei der Siegerehrung auf und scherzte: "England gewann nach gefühlten 100 Jahren erstmals ein Entscheidungsschießen gegen Deutschland".

Das Endspiel bot Spannung und höchstes Niveau zugleich, auch wenn beide Teams bereits fünf Partien in den Knochen hatten. Die frühe Führung von Staßfurts Torjäger Chris Kranich spielte Spanien in die Karten. Zwar mobilisierte die Lok-Reserve alle verfügbaren Kräfte, hatte mit einem Pfostenknaller auch noch riesiges Pech. Doch am Ende hatte Spanien das Geschehen recht gut im Griff und wurde Weltmeister.

 

Bilder