Die Hoffnung war im Vorfeld da, dass eine weitere Mannschaft aus der Verbandsliga in Förderstedt ihr blaues Wunder erlebt. Doch am Ende sollte David nicht über Goliath triumphieren. Der SVF unterlag dem FSV Barleben deutlich mit 0:5 (0:2) und scheidet somit bereits in der ersten Runde des Fußball-Landespokals aus.

Förderstedt l "Am Ende muss man wohl eingestehen, dass Barleben die technisch bessere Mannschaft war", gab Lothar Lampe aus dem Trainergespann mit Jens Liensdorf zu. In der ersten Viertelstunde war davon allerdings noch nichts zu sehen. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, warteten die Fehler des Gegners ab, um daraus Kapital zu schlagen. Die Gastgeber waren zuerst am Zug, hatten eine gute Gelegenheit, in Front zu gehen, vergaben diese aber. Diese Nachlässigkeit vor dem gegnerischen Kasten sollte den Förderstedtern letztlich auch zum Verhängnis werden.

Auf der anderen Seite fand Barleben allmählich besser ins Geschehen. Die Gäste hatten in der ersten Halbzeit nur zwei gefährliche Chancen. Diese wurden allerdings eiskalt genutzt. In der 18. Minute ging der FSV durch Torsten Kühnast mit 1:0 in Führung. Das schockte den SVF für gut fünf Minuten. Das Team lief Ball und Gegner hinterher. Vor allem in der Abwehr fehlte es zunehmend an der Zuordnung. Torwart Maik Binnebößel rief immer wieder zur Konzentration vor seinem Kasten auf.

Auf den Rängen wurden auch die Förderstedter Fans etwas unruhig. Dies steigerte sich, als die Partie zusehends ruppiger wurde. Nach einer Ecke für Barleben stieß ein FSV-Spieler mit Binnebößel zusammen. Spieler und Fans plädierten lautstark auf Foulspiel und Elfmeter, der Unparteiische Frank Schinke gab allerdings nur die Gelbe Karte. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass sich der Gastgeber vom Schiedsrichtergespann ungerecht behandelt sah.

Gleich zwei Minuten nach dieser Szene folgte schon der nächste Angriff der Gäste. Nun merkte man dem FSV die Verstärkung aus der Reserve des 1. FC Magdeburg an. Christopher Kalkutschke bekam den Ball und versenkte ihn mit einem Traumtor ins rechte obere Eck. Binnebößel kam zwar noch mit den Fingerspitzen dran, das Leder rutschte aber darüber hinweg. Mit dem Rückstand ging es in die Pause.

In der zweiten Halbzeit ging der Albtraum der Gastgeber allerdings gleich weiter. Nur eine Minute nach Wiederanpfiff fiel aufgrund eines Missverständnisses das 0:3. Torschütze war erneut Kalkutschke. Die Förderstedter hatten zuvor Abseits gesehen und hatten daher nicht weiter auf den Barleber geachtet. Doch der Linienrichter sah das anders und ließ die Fahne unten. Empörung beim Team und den Fans.

Der SVF versuchte jedoch im Anschluss, nun unbedingt zu verkürzen. Und die Chancen waren da. Wie ausgewechselt bestürmten die Förderstedter nun den Barlebener Kasten. Marcus Janich, Lucas Dübecke und Marcus Bolze hatten, gut ins Szene gesetzt vom eingewechselten Christian Siebert und Liensdorf (er konnte auflaufen, da die Gelb-Rote Karte aus dem Sparkassen-Cup nicht für den Landespokal zählte), innerhalb von zwei Minuten die Möglichkeit, zum 3:3 auszugleichen. Bolze verfehlte den Ball nach einem Pass nur um Haaresbreite, Dübecke schoss den Ball aus günstiger Position über den Kasten und auch Janichs Schuss verfehlte sein Ziel.

Es blieb bei diesem Pech. Förderstedt hatte noch einige gute Chancen, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen, doch es fehlte an Feingefühl. Bestes Beispiel: Janich lief fast frei auf das Tor von Marcel Henne zu, hatte viel Zeit und Platz, zögerte aber zu lange, sodass er schließlich überhastet abschließen musste.

Barleben bewies einfach mehr Abgeklärtheit. Innerhalb von zwölf Minuten fielen das 4:0 und 5:0. Bei beiden Treffern wollte der Gastgeber abseits gesehen haben. Es gab heftige Diskussionen, Lampe mahnte von der Seitenlinie immer wieder energisch zur Ruhe, auch wenn er selbst nicht mit den Schiedsrichterentscheidungen einverstanden war. "Es nützt aber nichts, danach ewig zu diskutieren", sagte er nach der Partie.

Der Frust der Förderstedter darüber war auch in ihrem Spiel wiederzuerkennen. Sie liefen sich mit hektischen Pässen und langen Bällen zunehmend selbst kaputt, die heißen Temperaturen taten ihr Übriges. Am Ende stand ein deutliches 0:5 zu Buche.

Schneller Gegentreffer sorgt für die Entscheidung

"Der Gegner hat sich sehr gut verkauft", erkannte Lampe an. "Das schnelle 0:3 nach der Pause hat uns das Genick gebrochen. Danach haben wir zunehmend unsere Linie verlassen." Dennoch war der Coach nicht vollkommen enttäuscht. "Es ist keine Schande gegen Barleben zu verlieren, nur die Höhe ärgert mich." Der Coach sah seine Mannschaft dennoch gut auf den Ligastart in der kommende Woche vorbereitet. "Wenn wir unsere Linie nicht verlassen, müssen wir vor der TSG Calbe keine Angst haben."

Gut vorbereitet sah sein Team auch Mario Middendorf. Der FSV-Coach war "zufrieden. Es war ein guter Test für die Verbandsliga. Die Mannschaft, die sich erst noch finden musste, hat sehr gut zusammengearbeitet und den Gegner zu keiner Zeit unterschätzt." Middendorf sprach vom "großen Respekt, den wir vor Förderstedt hatten und ich denke, der Gastgeber hat sich gut verkauft. Die Begegnung war phasenweise recht hektisch, aber nicht so unfair, wie sie vielleicht ausgesehen hat."

Förderstedt: Binnebößel - Stockmann, Liensdorf, Müller, Janich, Dübecke, Stille (46. Siebert), Ingler, Strohbach, Buschke, Bolze

Barleben: Henne - Kühnast, Loth (60. Bendel), Prinz (60. Hennig), Otte, Potyka, Hekcenroth, Hennecke, Matthias, Kalkutschke, Löw (60. Uffrecht)

Tore: 0:1 Kühnast (18.), 0:2, 0:3 Kalkutschke (40., 46.), 0:4 Kühnast (60.), 0:5 Kalkutschke (72.); SR: Frank Schinke; ZS: 76; Rot: Chris Ingler (79.; SV Förderstedt)

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