Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt für die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt die neue Saison in der Mitteldeutschen Oberliga. Die Kaderplanung ist soweit abgeschlossen, das Training läuft auf Hochtouren.

Staßfurt l Seit knapp vier Wochen befinden sich die Staßfurter wieder im Trainingsbetrieb. Bislang stand vor allem das Aufbauen von Kondition auf dem Programm. "Wir gehen von der Ausdauer zur Schnellkraft über und werden in etwa zwei Wochen größtenteils in der Halle mit dem Ball trainieren", verrät Trainer Uwe Mäuer.

Bei den Übungseinheiten herrscht eine konzentrierte Atmosphäre. Mäuer baute vier Stationen auf: Eine Art Sternlauf, der an den Cooper-Test erinnert, Wechselsprünge, die mit einem Medizinball erschwert werden, Kurzsprints sowie Medizinball-Stoßen. In der Mitte steht der Coach und wacht über die Ausführungen an den jeweiligen Stationen. In einer Pause wurde es laut, Mäuer bemängelt bei einigen wenigen den Einsatz. "Die Vorbereitung muss hart sein, entsprechend trainieren wir auch. Es ist eine Frage des Wollens. Es kann nicht sein, dass einige nur 80 Prozent geben. In der Saison muss jeder einzelne die vollen 60 Minuten durchhalten können", sagt er. Ohne Fleiß kein Preis.

Sorgenvoll beobachtet Mäuer, dass Felix Dietze mit Knieproblemen das Training abbrechen muss. Vor knapp einem Jahr verletzte sich Dietze schwer, sowohl das Kreuzband als auch der Meniskus waren gerissen. Mittlerweile schien alles auskuriert, umso beunruhigender sind Dietzes Probleme. Mäuer rät ihm, sich nicht zu quälen und lieber an die Hanteln zu wechseln.

Im Training befinden sich mit Martin Dittmar und Kevin Engelhardt zwei Akteure, die in der vorigen Saison für die zweite Mannschaft aufliefen und den Abstieg aus der Sachsen-Anhalt-Liga nicht verhindern konnten. Angesichts der Abgänge von Christoph Frank, Nilas Praest und Björn Oswald wollte der HVS die hinterlassenen Lücken aus den eigenen Reihen füllen. "Die drei sind schwer zu ersetzen", weiß auch Mäuer. Engelhardt und Dittmar ziehen im Training gut mit. Aber "sie müssen sich beweisen und wir müssen sie einbinden". Beweisen wird sich auch der rumänische Neuzugang Stefan Victor Secara müssen. Die Situation von Roman Bruchno bleibt hingegen weiter unklar. Mäuer plant vorerst ohne ihn.

Spielerisch werden sich die Neuen so schnell nicht bewähren können. Denn vorerst bleibt es beim Training. Aber um sich in das mannschaftliche Gefüge einzufinden, kommt das morgen beginnende Trainingslager gelegen. Mäuer verrät, dass morgen Abend insbesondere die Taktikbesprechung im Vordergrund steht. Am Sonnabend folgen zwei weitere konditionelle Einheiten. Am Sonntag wartet eine besondere Aufgabe auf die Staßfurter. Sie werden einen Triathlon absolvieren, wie es bereits schon eine Art kleine Tradition im Verein ist.

Nachdem das Training in den kommenden Wochen immer mehr auf Ballspezifik ausgelegt wird, folgt ein straffes Programm an Trainingsspielen. Dabei kommt es sogar zur Neuauflage des Derbys gegen die HG Köthen. "Derby-Atmos- phäre" ist Mäuer aber relativ egal. "Wir wollen uns einfach bestmöglich vorbereiten und hoffen, dass wir sehen werden, wo es in Angriff und Abwehr noch hapert."

In der Liga wird es das Köthen-Derby nicht mehr geben, da die HG den Sprung in die 3. Liga gepackt hat. Mäuer blickt der Saison in der Mitteldeutschen Oberliga gespannt entgegen, sieht seine Sieben im Vergleich zum Vorjahr aber nicht mehr so weit oben. Letzte Saison lautete das Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen. "Da sehe ich uns jetzt, ohne eine Spiel absolviert zu haben, nicht. Ich halte einen Platz im Mittelfeld für wahrscheinlicher. Aber meine Jungs können mich ruhig überraschen", sagt der Coach.