Nachdem die E-Jugend des Egelner SV Germania in der abgelaufenen Spielzeit als jüngerer Jahrgang einen Platz im Mittelfeld belegte, wollen die Nachwuchs-Kicker in der neuen Kreisklasse-Saison angreifen - und vielleicht sogar den ganz großen Wurf landen.

Egeln l In der vergangenen Saison stand der siebte Rang zu Buche - als jüngerer Jahrgang ein achtbares Resultat. Zumal die wenigen gleichaltrigen Gegner hoch besiegt wurden. Entsprechend optimistisch ist das dreiköpfige Trainergespann um Olaf Schäfer, Claus Maseberg und Reinhardt Vogt für die neue Spielzeit. "Wir wollen unter die ersten Drei kommen", gibt Maseberg die Marschroute vor. Der große Vorteil der Egelner ist, dass die Mannschaft zum Großteil seit der G-Jugend zusammenspielt. Mit 16 Kickern ist der Kader recht groß, was den Trainern viele Möglichkeiten bietet.

"Trainingsauftakt" ist für den ESV ein Fremdwort. Denn die Kleinen haben auch über die Sommerferien gar nicht erst mit dem Training aufgehört. "Der größte Teil der Kinder wollte durchmachen", berichtet Maseberg stolz. Bislang wurde sich einmal die Woche getroffen. Nun wird auf zwei Einheiten aufgestockt. "In der zweiten Saison in der E-Jugend erwarten wir schon ein bisschen mehr", sagt der Trainer. "Wir wollen die Kinder konditionell und spielerisch voranbringen." Dabei soll aber der Spaß nicht vergessen werden. Die Ernsthaftigkeit dürfe jedoch auch nicht fehlen. "Es ertönt schon mal ein Pfiff, auf den ernste Worte folgen. Aber danach ist auch wieder alles gut."

Maseberg und seine Trainerkollegen haben ein ganz klares Bild von ihren Übungseinheiten vor Augen. "Die Grundvoraussetzung ist Fitness. Kondition steht an erster Stelle." Da die Kleinen aber sowieso jede freie Minute in Bewegung seien, werden im Training auch andere Schwerpunkte gesetzt. "Ein besonderes Augenmerk liegt außerdem auf der Balltechnik", so Maseberg. Dabei werden auch Hausaufgaben erteilt. Zuhause soll beispielsweise das Jonglieren geübt werden. Die Fortschritte werden dann im Training kontrolliert, können vor Aufregung aber schon mal schwanken.

Der Coach kam dabei nicht umhin, Dean Höhne hervorzuheben. "Er hält den Ball mindestens 50 Mal in der Luft." Er kann jedoch nicht nur den Ball hoch halten, auch in den Spielen sticht Dean hervor. In der abgelaufenen Saison erzielte er 50 Treffer und wurde damit interner Torschützenkönig - mit Abstand. "Meist legen die anderen mir die Bälle sehr gut vor. Manchmal setze ich mich aber auch allein durch", berichtet der Neunjährige. Seit fünf Jahren trägt er das Egelner Trikot. Im nächsten Jahr wird er auf die Sportschule Magdeburg wechseln, um sein Talent weiter zu fördern. In dieser Saison nimmt Dean sich übrigens 60 Treffer vor. "Er ist sehr ehrgeizig", lobt Maseberg seinen Ausnahmestürmer.

Dean macht es vor, das Toreschießen. Das will in diesem Alter natürlich jeder einzelne. Um dem entgegenzuwirken, wirft das Trainergespann die angestammte Formation - je nach Spielstand - auch schon mal über den Haufen. "Wir haben sehr gute Verteidiger, die natürlich auch mal nach vorn wollen. Wenn wir hoch führen, dürfen sie auch mal in den Angriff." Bei einer Spielzeit von nur 40 Minuten sei das Wechseln sowieso sehr wichtig. Bei dem großen Kader stehen die Trainer oft vor der Qual der Wahl.

Viele Wechsel erfordern auch eine große Disziplin. Diesbezüglich hat Maseberg aber nichts zu meckern. "Es kommt schon mal vor, dass sich Spieler uneinig sind und sich behaken. Aber da haben wir ja noch ein Wörtchen zu sagen, dann ist wieder Ruhe. An der Disziplin gibt es nichts auszusetzen." Wichtig sei dabei auch, dass sich das Team auch privat versteht. Viele sind Klassenkameraden, weswegen "sie sich auch gegenseitig anstacheln".

Um den Egelner SV Germania während des geplanten "Siegeszuges" in der Kreisklasse würdig zu vertreten, nahm das Team an der "Traumtrikot-Aktion" der Volksstimme und Fielmann teil und bekam dafür jüngst einen Satz neuer Trikots überreicht. "Darüber freuen wir uns sehr", sagt Maseberg. In diesem Dress starten die Kleinen am 13. September gegen die eigene Reserve in den Ligabetrieb.

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