Staßfurt (chj) l Auch im dritten Heimspiel der Fußball-Landesklasse wartet der SV 09 Staßfurt weiter auf einen Sieg. Doch mit dem SV Westerhausen um "Tormaschine" Friedrich Reitzig reiste ein Schwergewicht der Liga an. Für Schiedsrichter Andreas Zepter sollten es keine einfachen 90 Minuten werden. Denn beide Seiten schenkten sich nichts, langten hart zu und trennten sich am Ende mit einem gerechten 1:1 (0:1)-Unentschieden.

Bei den Gastgebern ging es in allererster Linie darum, den 49-Tore-Mann der abgelaufenen Spielzeit in den Griff zu bekommen. Dies gelang dem SV 09 über weite Strecken auch recht gut. Doch in der 37. Minute kam die Verteidigung einen Schritt zu spät, was der "Goalgetter" eiskalt bestrafte. Ein abseitsverdächtiger Laufpass erreichte Martin Panterodt, der quer legte, sodass Reitzig leichtes Spiel hatte. "Er bekommt einmal einen Meter Freiraum und nutzt diesen. Das zeigt seine Klasse", musste auch Staßfurts Co-Trainer Axel Quednow anerkennen. Nur wenige Augenblicke später ereignete sich eine ähnliche Chance über die linke Seite. Doch Marcel Mähnert erkannte die Situation und bereinigte sie problemlos.

Es ging hart zur Sache. Schiedsrichter Zepter hatte allerhand zu tun. So auch kurz vor der Pause, als Sören Maulhardt Staßfurts Chris Matthias Horstmann an der Grundlinie so unglücklich traf, dass dieser sich an der Bande verletzte und mit einer Fleischwunde ausgewechselt werden musste. Das Einsteigen erschien überhart, was vor allem Schlussmann Robert Michalak auf die Palme brachte. Er machte seinem Unmut freien Lauf und sah dafür Gelb. So ging es mit einem knappen Rückstand und erhitzten Gemütern in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel waren die Wsterhausener um Ruhe im Spiel bemüht. Immer wieder suchten sie den Weg hintenrum. Damit erlangten sie zwar Kontrolle, taten aber zu wenig für die eigene Offensive. Die Staßfurter indes ließen sich nicht locken, Chancen blieben zunächst Mangelware. Kam doch so etwas wie Spielfluss auf, wurde er meist durch einen Pfiff unterbrochen, da einer der 22 Akteure übermotiviert in den Zweikampf ging. Die Gäste verliehen mit lauten Schreien einigen harmlosen Fouls Dramatik, sodass der Schiedsrichter keine leichte Aufgabe hatte.

Es dauerte lange, bis die Zuschauer wieder eine Offensiv-aktion ihrer Mannschaft sahen. Jens Feilenhauer bekam auf der rechten Seite einen Pass in den Lauf und nahm Fahrt auf. Er hängte gleich drei Verteidiger ab, sein Schuss verfehlte das Tor nur knapp. Die Staßfurter schienen zu spüren, dass die Favoriten ihrer Rolle nicht unbedingt gerecht wurden. Feilenhauer war es erneut, der über rechts in den gegnerischen Strafraum dribbelte und quer legte. Andy Klemmer erreichte den Ball nicht, nahm aber das schlechte Stellungsspiel eines Westerhausener Verteidigers und bekam einen Strafstoß zugesprochen. David Siegel verwandelte sicher zum 1:1. Wenig später zog Feilenhauer nach einem starken Seitenwechsel von Mähnert erneut in Richtung Strafraum und legte quer. Irgendwie kam der Ball zu Siegel durch, der nicht lang fackelte und abzog. Die Latte verhinderte den Führungstreffer.

Die Staßfurter standen nun tief und lauerten auf Konter. Aber Westerhausen fand kein Mittel mehr, sodass es beim 1:1 blieb - "ein gerechtes Unentschieden", urteilte Quednow. Zwar habe er ein von Kampf geprägtes Spiel erwartet, "aber nicht so viele Nicklichkeiten". Dennoch überwiegt das Positive. "Der Trend geht eindeutig nach oben. Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft und für gute spielerische Elemente gesorgt", lobte der Coach.

Tore: 0:1 Friedrich Reitzig (37.), 1:1 David Siegel (FE, 69.); SR: Andreas Zepter