Die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt II betraten am 1. Spieltag nach dem Abstieg in die Verbandsliga neues Terrain. Vieles war bis um Anpfiff ungewiss. Umso wichtiger war dem Team am Ende der 26:21 (15:8)-Erfolg über die HG 85 Köthen II.

Staßfurt l Unklarheit herrschte über den Gegner. Immer wieder sammeln A-Jugendliche Erfahrung im Kader der Köthener Reserve und stärken damit das Team. Doch sie hatten selbst ein Spiel zu bestreiten. Unklarheit herrschte über den eigenen Leistungsstand. Immer wieder fehlten viele Rot-Weisse im Training. Unklarheit herrschte auch darüber, wie der HVS II den personellen Aderlassen kompensieren würde. Fünf Akteure verließen den Kader, zum Auftakt zählte Trainer Mario Kutzer nur acht Feldspieler.

All die offenen Fragen wurden zwar nicht direkt beantwortet, doch zumindest gestillt. Denn die Staßfurter gerieten über 60 Minuten nie in Rückstand. Ohne Führung waren sie lediglich zum Anwurf und beim 1:1. Die Offensive war von Beginn an gut aufgelegt. Marian Spadt riss durch einfachste Körpertäuschungen Lücken in die Köthener Deckung, schoss in die Luft und schloss sicher ab, wenngleich einige Würfe dann doch etwas zu früh genommen wurden. Auf der anderen Rückraum-Seite bewies Thomas Jesse oft Übersicht. Außerdem konnte er seine Größenvorteile ausspielen und ein ums andere Mal höher steigen als alle anderen.

In der Mitte zeigte Tino Korin eine solide Leistung. Wenn es im eigenen Aufbau hektisch wurde, drosselte er das Tempo und sorgte für Ruhe. Auch die Außen schalteten sich immer wieder gut mit ein. Dies schien die Gäste zu beeindrucken, zumindest in der Deckung. Häufig half nur ein Foul, um die Rot-Weissen zu stoppen. Im Angriff hingegen genossen die Köthener zu viele Freiräume. Doch häufig scheiterten sie am bestens aufgelegten Jan Stein im Staßfurter Kasten. "Jan war klasse", lobte sein Trainer. Allein im ersten Durchgang parierte er zehn Versuche und kassierte nur acht. Er entpuppte sich als Versicherung für eine Deckung, die nicht immer glücklich aussah. Kutzer lobte neben Stein auch seinen zweiten Keeper, Andreas Jesse. Beide haben für Wechsel freie Hand. "Das haben sie gut gemacht." Etwa zehn Minuten vor Ende der Partie bemerkte Stein, dass er nicht mehr an die vorherige Leistung anknüpfen konnte und wechselte.

Doch mit steigender Minutenzahl nahmen auch die Fehler zu, die Konzentration ließ nach. Der Pausenvorsprung von sieben Toren schrumpfte auf drei Treffer. Häufig agierten die Gastgeber in Unterzahl. Die Bewegung ließ nach. "In einer Auszeit habe ich darauf hingeweisen, wieder mehr Druck auf Außen auszuüben. Das hat das Team dann wieder gemacht, es ergaben sich Lücken und Möglichkeiten. Wir haben gesehen, dass es eigentlich ganz einfach ist", erklärte Kutzer. So wurden es am Ende mit fünf Treffern Vorsprung doch noch ungefährdet.

"Ein toller Start in die Saison", freute sich Kutzer. "Noch schöner als der Sieg ist, dass die Mannschaft ruhig und diszipliniert geblieben ist. Wir haben Fehler produziert, aber alles ist ruhig geblieben." Das war nicht immer so und lässt auf eine gute Saison hoffen.

HV Staßfurt II: J. Stein, A. Jesse - A. Stein, Berger (5), T. Jesse (8/3), Korin (2), Gödde (5), Loose (1), Panzer (1), Spadt (4)

Siebenmeter: Staßfurt II 3/3 - Köthen II 4/2; Zeitstrafen: Staßfurt II 7 - Köthen II 10; Rot: Siegfried Kneist (3x2 Minuten, 43. Minute) -HG Köthen-