Das zweite Jahr ist bekanntermaßen immer das schwierigste. Dies gilt auch für die Handballer des SV Germania Borne, die nach dem Aufstieg die Klasse in der Sachsen-Anhalt-Liga halten konnten und sich dieses Vorhaben erneut auf die Fahnen geschrieben haben.

Borne l Um den Klassenerhalt zu realisieren, holte sich Germania mit Jürgen Wartmann einen erfahrenen Coach ins Boot. Bornes Vorstandsvorsitzende Denise Eckstein-Bunk spricht in höchsten Tönen vom neuen Mann an der Seitenlinie. "Er ist besser als sein sowieso schon guter Ruf." Seine Stärke liegt in der Motivation, mit der er aus den Handballern noch mehr Prozente herauskitzelt. "Er sieht die Vorteile in der Mannschaft und bündelt diese. Er ist ein guter Trainer und menschlich wertvoll - ein echter Glücksgriff", schwärmt Eckstein-Bunk. Sein Engagement beläuft sich erst einmal auf ein Jahr.

Um das offiziell ausgerufene Ziel des Klassenerhalts erreichen zu können, verstärkte sich Germania aus den eigenen Reihen. Sechs Spieler aus der zweiten Mannschaft rücken in den Kader der Ersten auf. Aufgrund von immer wieder kehrenden personellen Engpässen kamen fast alle von ihnen bereits zu Einsätzen in der Sachsen-Anhalt-Liga. Eckstein-Bunk sprach den "Neuen" ihr bedingungsloses Vertrauen aus und versicherte, dass sie "definitiv keine Schwächung sind". Außerdem erkannte sie bei den Alteingesessenen große Fortschritte in ihrer Entwicklung. In der Mannschaft stimme es einfach. "Das Team ist eine tolle Gemeinschaft." Viele seien nunmehr variabler einsetztbar.

Im Tor setzt Borne auf die junge Akteure. Bereits in der abgelaufenen Saison erwies sich Bastian Krautwald mit seinen 17 Jahren als echte Stütze. "Er überzeugt immer wieder mit Leistungen", lobt die Vorsitzende. An seiner Seite steht nun der 23-jährige Daniel Brinkmann - einer der Aufgerückten aus der Reserve.

Eine Stütze sollen nicht nur die Torhüter werden, auch die Spielstätte. In der abgelaufenen Saison trug die Germania ihre Heimpartien in der Egelner Waldsporthalle aus. Nun tut sie es in Wolmirsleben, wo viele groß geworden sind. Die Ränge in Egeln waren weiter von der Platte entfernt, nun können die Fans auf Tuchfühlung gehen. "Die Jungs brauchen mal ein Schulterklopfer im Vorbeilaufen oder ein Anfeuerungsruf aus kürzester Distanz", erklärt Eckstein-Bunk. Wolmirsleben soll zur Festung werden. Der Vorsitzenden ist aber auch klar, dass "die Stimmung erst wieder erarbeitet werden muss", damit die Fans der achte Mann werden. Ein Hexenkessel dürfte sich vor allem im Derby gegen Langenweddingen oder auch gegen Eintracht Gommern entwickeln.

Eckstein-Bunk gibt den Spielern noch einen Rat mit auf den Weg. "Die Jungs sollen die Zeit genießen und jeden Moment aufsaugen. Wenn mal etwas schief geht, dann ist es so. Aber das Team soll sich für das belohnen, was es sich erarbeitet hat. Ich bin stolz auf jeden, der in der Liga richtig durchzieht. Die Mannschaft hat in jeden Falle den Rückenwind des Vorstands und wird sicher das Maximum herausholen."

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