Staßfurt (chj) l Genie und Wahnsinn - so oder so ähnlich könnte man die morgige Drittliga-Partie zwischen den Handballerinnen des HC Salzland 06 und dem TSV Hahlen kurz und knapp zusammenfassen. Allerdings trifft nicht Genie auf Wahnsinn, sondern beide Teams haben diese Gegensätze in sich vereint. Ab 16 Uhr wird sich morgen in der Staßfurter Paul-Merkewitz-Halle zeigen, welche Mannschaft welches Gesicht an den Tag legt.

Die "Wildgänse" offenbaren immer wieder Phasen, in denen sie sich zu viele Fehler leisten, durch die an sich gute Spiele zu kippen drohen. Dass sie damit nicht allein in der 3. Liga sind, zeigt auch der morgige Gegner. "Bei uns gibt es große Leistungsschwankungen", sagt Hahlens Trainer Kai Bierbaum. "Wir sind eine kleine Wundertüte. Spielen wir am unteren Fehlerlimit, können wir jeden Gegner schlagen. Leisten wir uns aber wieder eine katastrophale Fehlerquote, hat jeder Gegner leichtes Spiel." Der TSV entging in der abgelaufenen Saison in der Nordstaffel nur knapp dem Abstieg. In dieser Spielzeit stehen nach fünf Partien bereits vier Punkte auf der Habenseite - "einer mehr als in der gesamten Hinrunde 2013/14", so Bierbaum.

Das ist auch René Linkohr, Trainer des HC Salzland 06, nicht entgangen. "Der Gegner hat sich bisher gut präsentiert." Er wies auch auf das achtbare Ergebnis gegen den Zweitplatzierten HSV Marienberg hin (25:29). "Wir sind gewarnt."

Ein Anhaltspunkt dürfte die vermeintlich schwache Defensive der Hahlenerinnen werden. Mit bereits 144 Gegentoren stellen sie die schlechteste Abwehr der Liga, haben allerdings auch eine Partie mehr bestritten als der Großteil der Konkurrenz. Nicht umsonst lautet Linkohrs Marschbefehl: "Wir müssen den Gegner fordern und von Beginn an alles in die Waagschale werfen." Das erklärte Ziel ist ein Heimsieg.

Um zu zwei Punkten vor heimischer Kulisse zu gelangen, will Linkohr "etwas probieren". Was genau der Coach damit meint, ließ er nicht durchklingen. Er wollte nur so viel sagen: "Hahlen soll überrascht werden." Ob an dieser Überraschung alle Salzländerinnen mitwirken können, wird sich erst kurzfristig herausstellen. Eine "Wildgans" droht krankheitsbedingt auszufallen. Aber auch in Personalfragen lässt sich Linkohr nicht in die Karten schauen.

Bierbaum hingegen kann auf seinen gesamten Kader zählen und freut sich auf ein "sauberes Spiel". Er rechnet übrigens nicht damit, dass sich sein TSV von der Merkewitz-typischen Stimmung beeindrucken lässt. "Die Halle ist mir erst einmal egal. Aber eine gute Atmosphäre ist natürlich immer super."