"Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl, trotz der zwischenzeitlichen Fehler", sagte Uwe Mäuer, Trainer des HV Rot-Weiss Staßfurt. Sein Team empfing den SV Hermsdorf zum 6. Spieltag in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga. Mäuer entpuppte sich als Prophet, denn die Gastgeber entschieden ein lange währendes Kopf-an-Kopf-Rennen schließlich mit 29:24 (12:13) für sich.

Staßfurt l Dabei stach einmal mehr ein Staßfurter besonders hervor: Patrick Tuchen. Er entpuppte sich frühzeitig als Fels in der Brandung und hielt ein ums andere Mal das rot-weisse Gehäuse sauber. In den ersten 30 Minuten wehrte Tuchen sieben Hermsdorfer Versuche ab, hinzu kamen drei parierte Strafwürfe. Nach dem Seitenwechsel bestätigte er diese Bilanz zwar nicht mehr (fünf Paraden und ein abgewehrter Siebenmeter), doch das lag nicht an einer sinkenden Formkurve. Die Deckung fand immer besser ins Spiel und nahm Tuchen damit Druck von den Schultern.

Zu Beginn war die Staßfurter Defensive noch nicht an ihrem Limit. Insbesondere Daniel Zele und Mittelmann-Hüne Fazik Motej beschäftigten die Gastgeber und sorgten für Probleme. In der Offensive hingegen lief es größtenteils wie gewünscht. Mäuer sah zwar einige "übereifrige Abschlüsse", war aber zufrieden. Viel wichtiger war es jedoch, dass trotz der kleinen Nachlässigkeiten in der Defensive kein Rückstand aufkam. So blieb es lange eng und erst kurz vor der Pause gingen die Gäste in Führung.

Direkt nach Wiederanpfiff glich Nils Hähnel aus, bewies direkt danach Übersicht und setzte Tobias Rindert in Szene - die Führung war wieder hergestellt. Anschließend wurde das Spiel mehrere Minuten unterbrochen und es begann das große Wischen. Dabei waren sich auch Staßfurts Eike Rach und Co-Trainer Andreas Stops nicht zu schade, mitanzupacken. Gleiches galt für die Hermsdorfer, die sich nicht nur beim Wischen als faire Gäste erwiesen.

Die Unterbrechung tat dem rot-weissen Aufschwung keinen Abbruch. Staßfurt verstand es nun, Hermsdorfs Zele aus dem Spiel zu nehmen und wurde hinten zunehmend stabiler. Das Zepter, um das sich beide Teams etwa 45 Minuten gleichwertig stritten, wanderte langsam in die Hände der Gastgeber. Hermsdorf lief nun meist einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher, der sich in den Schlussminuten noch vergrößerte. Die Gäste setzten nun auf Druck und Tempo, wollten mit einer 4-2-Deckungsvariante Ballverluste erzwingen. Doch damit ermöglichten sie Räume, die vor allem Rach und Rindert dankend annahmen und schließlich für den Endstand sorgten. "Eike war heiß", lobte sein Coach. Er traf sowohl von rechts außen als auch von halb rechts.

Nicht erst bei der anschließenden Jubel-Orgie fiel den Zuschauern in der Paul-Merkewitz-Halle ein neues Gesicht bei den Staßfurtern auf. Robert Mennecke trug erstmals das Staßfurter Trikot. Drei Tage zuvor erhielt er die Spielberechtigung. Auch er hatte einen Anteil am Sieg - "genau wie alle anderen", wie Mäuer betonte. "Die Zahnräder haben ineinandergegriffen." Viele Kleinigkeiten ermöglichten den Erfolg. So war die Staßfurter Fehlerquote beispielsweise geringer als sonst. Der Standardwert an Fehlwürfen liegt zwischen 16 und 20 - "mit so einer Quote hätten wir nicht gewonnen." Zwar wollte es mit dem magischen 30. Treffer nicht funktionieren, doch zumindest Mäuer war dies egal. "Das interessiert mich nicht. Viel wichtiger waren die Punkte und dass wir vernünftig zusammen gespielt haben. Das war wichtig für unser Selbstvertrauen und um die Lethargie der Glauchau-Niederlage abzulegen."

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Dittmar, Fuhrmann, Dietze, Ortmann, Mennecke (1), Jacobi (3), Ernst (6), Rach (6), Hähnel (5), Scholz (2/2), Rindert (6), Secara

Siebenmeter: Staßfurt 2/2 - Hermsdorf 7/3; Zeitstrafen: Staßfurt 6 - Hermsdorf 5

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