Der 17. Internationale Sondershäuser Kristall-Lauf war für die Bode-Runners der Gaensefurther Sportbewegung ein ganz besonderes Erlebnis. Denn zum Saison-Ausklang gehörten diesmal Helm und Lampe zum ungewöhnlichen Equipment.

Sondershausen (sbö/chj) l Mit der Einfahrt in den thüringischen Brügman-Schacht tauchten die Bode-Runners der Gaensefurther Sportbewegung hinab in das Schichtenprofil des "Staßfurtsteinsalzes", in den Bereich von 648 bis 730 Höhenmeter unter der Erdoberfläche. In Zusammenarbeit mit dem Erlebnisbergwerk stellte der SV Glückauf Sondershausen mit seiner 17. Auflage des Kristall-Laufes wieder ein einzigartiges Lauferlebnis auf die Beine.

Begrüßt mit dem traditionellen Steigerlied der Bergmannskapelle, füllte sich nach und nach der Startbereich mit Läufern und Zuschauern. Das Teilnehmerfeld war aus sicherheitstechnischen Gründen auf 500 Starter begrenzt und auch der Rundkurs wurde entgegen der Vorjahre auf 3,5 Kilometer gekürzt. Dreimal gelaufen, ergab die Strecke aber die ausgeschriebenen 10,5 Kilometer.

Einmaliges Unter-Tage-Flair für Läufer und Zuschauer

Das Unter-Tage-Flair war also in vollen Zügen zu genießen und die Zuschauer hatten einmal mehr den Überblick über die hart umkämpfte Platzverteilung. Wohl dem, der nur in leichter Laufbekleidung das Rennen angegangen war, denn Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad Celsius, lange kräftezehrende Steigungen und eine Luftfeuchtigkeit um 20 Prozent ließen den Kreislauf auf Hochtouren arbeiten. Das Tragen eines Schutzhelmes war Pflicht und auch eine Helmbeleuchtung von Vorteil, galt es doch den losen, teilweise aber auch glatt polierten Salzuntergrund verletzungsfrei zu überstehen. Eine riesige Frischluftanlage sorgte für einen kurzen Temperatursturz, bevor es am nächsten Anstieg wieder heiß wurde.

Mit Helm und Lampe statt ehrgeiziger Ziele

Für den letzten Wettkampf der Saison hatten sich die Bode-Runners keine großen Ziele mehr gesteckt. Eine Woche nach dem Marathon ließen sie es ruhig austrudeln. Ein Kraftakt waren die zehn Kilometer trotzdem. Denn Klima, Höhenprofil, Salzstaub, Untergrund und die spärlich beleuchteten Passagen forderten alle Sinne der Teilnehmer. Jan Ungrad, ehemaliger Bode-Runner und begeisterter Langstreckenläufer, trotzte allen Elementen und arbeitete sich kontinuierlich nach vorn. Als zwölfter in der Gesamtwertung lief er im Klassement der 20- bis 29-jährigen Männer auf den ersten Platz. Renate Liedtke kämpfte um Rang zwei in der Altersklasse W 60 und rettete mit nur elf Sekunden ihren Vorsprung über die Ziellinie.

Die Siegerehrung im beeindruckenden Festsaal bildete am Ende den krönenden Abschluss für alle Altersklassen-Gewinner. Als Erinnerungsstück an ein hartes Stück Lauf-Arbeit gab es für jeden Finisher einen Salzkristall-Pokal. Wahllos vom Stein gehauen, glich keiner dem anderen, war jeder für sich einzigartig. Wieder zurück an der Erdoberfläche, erwartete die Bode-Runners nach dem Verlassen des Förderkorbes strahlender Sonnenschein. Bald funktionierten Augen und Ohren wieder normal und ein unvergessenes Unter-Tage-Erlebnis war Geschichte.

Viel Zeit zum Luftholen bleibt den Gaensefurthern nicht. Mit dem Ende der Wettkampfsaison starten sie direkt in die Vorbereitungen zur neunten Auflage des Staßfurter Nikolauslaufes. Der Countdown bis zum 7. Dezember läuft, ein volles Stadion wäre der Wunsch der Staßfurter Laufgruppe. Allen Teilnehmern oder denen, die es vielleicht noch werden möchten, bleiben noch zwei volle Monate zum trainieren.

Ergebnisse der Bode-Runners (Angaben in Stunden)

W 30-39: 12. Platz Sylvia Köhn (01:20:03)

W 40-49: 23. Sabine Börner (01:20:04); 24. Sibylle Schäper (01:21:36)

W 60-69: 2. Renate Liedtke (01:33:01)

M 20-29: 1. Jan Ungrad (00:47:33, Aschersleben); 7. Florian Börner (00:55:14, Med and Sports Leipzig)

M 40-49: 101. Dirk Meier (01:20:07); 104. Jörg Schäper (01:21:37)

M 50-59: 53. Jens-Uwe Börner (01:11:06)

M 60-69: 11. Lutz Klauß (01:12:50)