Westeregeln (bho/chj) l Mit einem stark dezimierten Kader setzten sich die Handballerinnen des SV Wacker Wester-egeln im Derby beim HC Salzland 06 III deutlich mit 32:16 (12:9) durch. Die Gäste reisten mit nur zehn Spielerinnen ab. Arbeits-, krankheits- und verletzungsbedingt fehlten dem Trainergespann Michael Schauer/Danny Wengel gleich sieben Westeregelnerinnen, sodass kurzerhand Torfrau Nadine Schauer das Feldtrikot überzog und auf der Platte eingesetzt wurde.

Nach eineinhalb Minuten ging Wacker durch Jenny Klockmann in Führung. Doch die Gastgeberinnen rissen das Spiel an sich und legten in der zehnten Minute zum 6:2 vor. Westeregeln drohte frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Nur zwei Feldtore in den ersten zehn Minuten waren einfach zu wenig, um den HCS III in Bedrängnis zu bringen. Dies war auch in den Partien zuvor das große Manko des SVW.

Die sehr gut aufgelegte Maria Landgraf im grün-weißen Kasten verhinderte mit zahlreichen Paraden einen größeren Rückstand. Das gab der Mannschaft den nötigen Rückhalt und zeigte Wirkung: Allmählich funktionierten die Kombinationen, die sich in Treffern niederschlugen. Insbesondere Michaela Wolfram war kaum zu bändigen und "vernaschte" ein ums andere Mal ihre Kontrahenten in Eins-gegen-Eins-Situationen.

Eine Viertelstunde lang ließ Wacker keinen Gegentreffer zu und netzte im Gegenzug zehnmal in Folge durch Wolfram (4), Johanna Lässing (2) und Tina Rettig (2) zum zwischenzeitlichen 10:6 ein. In die Kabine ging es dann mit einem Drei-Tore-Vorsprung.

Aber noch waren dreißig Minuten zu absolvieren und angesichts der dünnen Personaldecke war nicht klar, wie lange die Kräfte bei den Gästen reichen würden. Doch konditionelle Nachteile waren in dem Derby kein Thema in der Mannschaft - alle Westeregelnerinnen wuchsen über sich hinaus, obwohl sie fast 60 Minuten durchspielen mussten.

Als Jessica Neum mit ihrem Tor zum 20:13 in der 42. Minute den Vorsprung auf sieben Toren ausbaute, nahm die Zuversicht auf einen Auswärtssieg weiter zu. Ausdruck des gewonnenen Selbstvertrauens war dann nur eine Minute später das Kempa-Tor von Michaela Wolfram nach glänzender Vorbereitung von Lässing zum 13:22. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie entschieden.

Westeregeln war aus allen Mannschaftsteilen heraus torgefährlich und hatte mit Landgraf eine souveränen Rückhalt. Sie parierte vier Siebenmeter und wehrte viele freie Bälle ab.

Am Ende siegte Wacker ungefährdet mit 32:16. In den letzten vier Liga-Partien gelang es den Grün-Weißen nicht, die Dreißig-Tore-Marke zu knacken. Aber in diesem Derby passte aus Westeregelner Sicht einfach alles.

Diesen Schwung will das Team auch mit in den Harz-Börde-Pokal nehmen, in dem es heute ab 14.30 Uhr die SG Hohendodeleben empfängt.

Wacker: Maria Landgraf - Tina Rettig (4), Johanna Lässing (5/2), Anja Jakobi (4), Jenny Klockmann (5), Jessica Neum (2), Sarah Palme, Nadine Schauer, Michaela Wolfram (12), Nicole Oppermann

Siebenmeter: HCS III 5/2 - Wacker 6/2; Zeitstrafen: HCS III 4 - Wacker 4