Thea Schwarz ist keine Handballerin des euphorischen Jubels, sondern eher des stillen Arbeitens. Sie hängt ihre Klasse nicht an die große Glocke, freut sich eher über den Erfolg der Mannschaft. Und so durfte sie sich beim Sieg des HC Salzland 06 in der 3. Liga über Rohrsen als Teil einer geschlossenen Mannschaftsleistung fühlen, bei der sie fünfmal traf.

Aschersleben l Thea Schwarz ist eines der besten Beispiele, wie gut die Harmonie und die Zusammenarbeit in der Mannschaft sich entwickelt haben. Sie übernahm Verantwortung, weil Stephanie Jäger beispielsweise unter der Woche erkrankt war und nicht trainieren konnte. Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde sie zwar aufgeboten und war bemüht, in die Partie zu finden, doch drei frühzeitige Fehlversuche setzten ihren Bemühungen ein jähes Ende. Co-Trainer Daniel Schmidt wusste warum: "Als Handballer muss man im Training ein paar Bälle werfen. Sonst kommt man aus dem Rhythmus und tut sich schwer."

Doch ihren Ausfall kompensierten andere - und zwar mannschaftlich geschlossen. Schwarz agierte in der Offensive wendig, sorgte für viel Bewegung und stellte die 6-0- und 5-1-Deckung der Gäste durch Anspiele an den Kreis oder Auslösehandlungen vor Probleme. Zudem erzielte sie in Unterzahl die 10:5-Führung (21.) oder mit einem Schlagwurf die 20:15-Führung (54.).

Dass es zum Ende der ersten und zum Anfang der zweiten Hälfte nach der 12:6-Führung noch einmal eng wurde (12:11, 33.), lag auch am Torwartwechsel des MTV. Für die zumeist glücklose Michaela Schostag, die an Würfe von Yvonne Sachse und Victoria Göpel keine Hand bekam, stand nach 20 Minuten Ariane Böhm zwishen den Pfosten. Und sie hielt dann insgesamt noch 14 Bälle. "Unsere Fehlwürfe lagen zum einen daran, dass wir nach dem klaren Vorsprung ein paar Prozentpunkte nachgelassen haben. Und zum anderen daran, dass der gegnerische Keeper ja auch kein schlechter war", relativierte Schmidt.

Doch Salzland setzte auch in diesem Element noch einen drauf. Mit der starken Josephine Klauß im Tor, die insgesamt 19 Würfe parierte, behauptete der HCS 06 den Vorsprung und baute diesen durch gute Aktionen von Schwarz, Christiane Retting oder der souveränen Justine Schmitz von der Siebenmeter-Linie wieder aus. Rohrsen lebte fast ausschließlich von den Aktionen ihrer Rückraum-Spielerin Manuela Schostag, die aber von der 6-0-Defensive der Gastgeberinnen mehrfach ausgebremst werden konnte. "In der Abwehr finden wir immer besser zusammen. Es gelingt uns noch nicht alles so, wie wir uns das vorstellen, aber es wird kontinuierlich besser", lobte Schmidt. In diesem Element arbeitet sich der HCS 06 also auch in Richtung Harmonie. Wie gut diese bereits klingt, wird sich am kommenden Sonnabend herausstellen, wenn der Tabellenvierte ab 17.30 Uhr beim Zweiten, HSV Marienberg, zu Gast ist. Im Falle eines Sieges könnte der Jubel von Thea Schwarz etwas größer ausfallen.