Förderstedt (fna) l In den ersten 30 Minuten konnte einem schon Angst und Bang werden um den SV Förderstedt. Mit 0:4 lagen die Landesliga-Fußballer im Derby gegen die TSG Calbe bereits zurück und zeigten dabei Schwächen im Spielaufbau, die von den Saalestädtern rigoros bestraft wurden. Dass es auch anders geht, bewies die zweite Hälfte, die der SVF mit 1:0 für sich entschieden hatte. Doch am Ende stand die deutliche 1:5 (0:5)-Pleite fest. Während die Gastgeber auf einem Abstiegsplatz "überwintern", gelang der TSG sowohl die Revanche für die 0:2-Hinspiel-Niederlage als auch der Sprung auf Platz fünf der Tabelle. Zudem hat die Serie Bestand: Seit neun Partien ist sie nun schon nicht bezwungen worden.

Das Konzept der Gäste war vollkommen aufgegangen. Mit einer Dreier-Abwehrkette und einem Fünfer-Mittelfeld davor "haben wir die Räume sehr gut eng gemacht", lobte Trainer Torsten Brinkmann. "Die beiden Außen sollten sowohl nach hinten als auch nach vorn arbeiten." Das gelang dem Team sehr gut. Dabei liefen die Tore immer wieder nach ähnlichem Muster ab: Der SVF verlor im Vorwärtsgang den Ball und wurde dann ausgekontert. Mal über die linke, mal über die rechte Seite. Unter den Torschützen war auch der ehemalige Förderstedter Maik Adrian, der nach Doppelpass mit August Schultz und dessen Rückgabe zum 0:2 einschob.

Dabei konnte man den Gastgebern den Willen gar nicht absprechen. Energisch waren sie im Vorwärtsgang, es wirkte alles nur kopflos, zu überhastet. Als dann die Abspielmöglichkeiten fehlten, passierten die Ballverluste. Da das Mittelfeld viel zu weit aufgerückt war, "standen wir hinten praktisch blank", sagte Thomas Conrad, der Vereinspräsident. Außerdem habe die Innenverteidigung nicht funktioniert. "Wir wollten auf einer Linie stehen, das ist uns überhaupt nicht gelungen. Wir sind regelrecht überrannt worden."

Die Förderstedter gingen zwar mit hängenden Köpfen in die Kabinen, sie hatten in der zweiten Halbzeit aber noch nicht aufgegeben. "Obwohl ich davor gewarnt hatte, dass wir nicht nachlassen dürfen, haben wir uns auf ihr Spiel eingelassen", haderte Brinkmann. Der schnelle Treffer zum 1:5 von Marcus Bolze nach einem Freistoß von Michael Buschke aus der eigenen Hälfte und Verlängerung von Marcus Janich sorgte für zusätzlichen Auftrieb. Allerdings hatte der SVF viel Pech, als erst Bolze (61.) und später Markus Müller (80.) nur die Querlatte trafen und Bolze mit seinem Freistoß durch die Mauer kam, der Ball aber knapp am Pfosten vorbeirollte (75.). Auf der anderen Seite verhinderte Maik Binnebößel mit einer starken Parade gegen den Schuss von Vit Fiser den sechsten Gegentreffer. "Wenn wir das 3:5 fangen, wer weiß, wie das Spiel sich dann noch entwickelt", betonte auch Brinkmann.

Doch seine Schützlinge brachten den Erfolg, der vor der Winterpause quasi die Krönung einer starken Serie war, über die Zeit. "Ich habe immer gesagt, dass wir Geduld haben müssen, dass sich die Mannschaft erst finden musste. Nun ruft sie ihr Potenzial ganz gut ab." Das gelang dem SVF in den vergangenen Partien zu wenig. Er wird über die Winterpause einiges aufarbeiten müssen.

Förderstedt: Binnebößel - Liensdorf, Früchtel, Conrad, Müller, Dübecke, Burdack (80. Siebert), Strobach, Buschke (75. Tappenbeck), Herrler (28. Marcus Janich), Bolze

Calbe: Richter - Fiser (64. Bergholz), Adrian (87. Trappiel), Rathsack, Voigt, Würlich, Noack, Zapke, Harms (78. Berner), Schultz, Schmidt

Tore: 0:1 Sebastian Zapke (10.), 0:2 Maik Adrian (23.), 0:3 August Schultz (24.), 0:4 Vit Fiser (28.), 0:5 August Schultz (41.), 1:5 Marcus Bolze (54.); SR: Tobias Janke (Magdeburg), ZS: 131