Oebisfelde (fna) l Wehe, wenn er losgelassen: Sebastian Retting, der nach seiner Sperre erstmals wieder für den HV Staßfurt auflaufen durfte, hatte auf seinen Einsatz gebrannt. "Er war heiß darauf", sagte Co-Trainer Andreas Stops, der Angst hatte, dass der Rückraumschütze vielleicht sogar überdrehen könnte. "Aber er hat das ganz souverän gemacht", lobte Stops. Mit zwölf Treffern war der Rückraum-Shooter der erfolgreichste Werfer der Rot-Weissen und trug damit maßgeblichzum 42:37 (21:18)-Erfolg beim SV Oebisfelde bei.

Aber nicht nur bei Retting lief es in der Offensive prächtig. Mit Nils Hähnel hatte auch der zweite Rückraumhüne seinen starken Tag erwischt, er erzielte insgesamt elf Tore. "Das Abwehrsystem von Oebisfelde hat uns in die Karten gespielt", sagte Stops. Der HVS agierte nämlich zudem mit zwei Kreisläufern, sodass entweder die Würfe aus dem Rückraum kamen oder - beim Rausrücken der Defensive - Tobias Rindert sowie Oliver Jacobi bedient wurden. "Sie hatten alle eine sehr gute Trefferquote."

Zunächst hatte Retting auf der Bank platznehmen müssen, Alexander Ernst begann. In der Anfangsphase führte der SVO mit 2:0, doch dann folgte ein starker Auftritt von Keeper Patrick Tuchen, der in der Folge zwei Siebenmeter und drei Freie hielt. "Das war stark und extrem wichtig", lobte Stops. Somit konnten die Staßfurter zum 3:2 in Führung gehen. Den Vorsprung gaben sie daraufhin nicht mehr aus der Hand.

Wenngleich der Angriff keinen Grund zur Sorge gab, haderten die Staßfurter mit der Abwehr, kassierten zu viele Gegentreffer. "Das ist der einzige Wermutstropfen." Die Seitwärtsbewegung zur Ballseite funktionierte nicht, es ergaben sich relativ große Lücken und es wurde nicht rechtzeitig hinausgetreten. Somit war es auch für Tuchen schwer, sich auszuzeichnen. Dies nutzte Oebisfelde, um beispielsweise den 27:28-Anschlusstreffer (42.) zu erzielen. "Wir haben diese Phase aber souverän gelöst. Mann hatte nie die Sorge, dass in diesem Spiel noch etwas anbrennen könnte", betonte Stops. In der 52. Minute betrug der Vorsprung sogar sieben Treffer. "Die Mannschaft hat im Angriff stark gespielt. In der Defensive haben wir aber noch Steigerungsmöglichkeiten."

SVO-Coach Hendrik Tuschy haderte: "Die Unparteiischen haben uns den Sieg nicht ermöglicht. Ihre Vorstellung war die schlechteste, die ich bislang in der Mitteldeutschen Oberliga erlebt habe. Die Mannschaft hat gut gearbeitet und eine ansprechende Leistung gezeigt. Uns sind aber auch einige technische Fehler unterlaufen, die die Staßfurter sofort nutzten."

Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Engelhardt, Dittmar, Ortmann, Retting (12/2), Jacobi (7), Ernst (4), Rach (2), Hähnel (11), Scholz (2/1), Rindert (5), Mennecke, Secara

Siebenmeter: Oebisfelde 5/2 - Staßfurt 5/3; Zeitstrafen: Oebisfelde 0 - Staßfurt 2